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Vereinatunnel: Opfer des eigenen Erfolgs
Aus Schweiz aktuell vom 28.10.2019.
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20 Jahre Vereinatunnel Schienen und Züge müssen ersetzt werden

Die wintersichere Verbindung zwischen dem Prättigau und dem Unterengadin dürfte im Jahr des 20-jährigen Bestehens eine neue Bestmarke erreichen. Mit dem Jubiläum kommen aber auch Investitionen auf die RhB zu.

Christian Florin, Leiter Infrastruktur, informiert zum Jubilaeum über die erstellten und geplanten Veränderungen beim Südportal des Vereina-Bahntunnels.
Legende: Christian Florin, Leiter Infrastruktur, informiert zum Jubiläum über die erstellten und geplanten Veränderungen beim Südportal des Vereina-Bahntunnels. swiss-image

«Rollende Strasse» wird der 19 Kilometer lange Vereinatunnel zwischen Klosters im Prättigau und Susch/Lavin im Unterengadin wegen des Autoverlads auch genannt. Und dieser Verlad wächst auch nach 20 Jahren noch.

Unverzichtbare Linie ins Oberengadin

Wie die Rhätische Bahn (RhB) am Medienanlass zum 20 Jahrjubiläum bekanntgab, zeichnet sich für das laufende Jahr ab, dass 500'000 Fahrzeuge durch die weitgehend einspurige Röhre geschleust werden. Die Planer des Tunnels, der in 18 Minuten durchfahren wird, waren von einem Volumen von 400'000 Fahrzeugen jährlich ausgegangen.

Simon Rohner, Leiter Autoverlad Vereina, informiert in Sagliains über die Vorteile der verlängerten Laderampe für den Verlad von Lastwagen am Südportal des Vereina-Bahntunnels.
Legende: Simon Rohner, Leiter Autoverlad Vereina, informiert in Sagliains über die Vorteile der verlängerten Laderampe für den Verlad von Lastwagen am Südportal des Vereina-Bahntunnels. swiss-image

Der Erfolg hat gemäss der Bündner Bahnunternehmung auch seine Schattenseiten. Infrastruktur und Rollmaterial hätten unter der hohen Belastung gelitten, sie müssten deshalb sukzessive erneuert oder ersetzt werden. Entsprechende Projekte wie mehr Autozüge pro Stunde und Richtung seien in Planung und würden umgesetzt.

Kurz Lebensdauer der Schienen

Im nächsten Jahr werden beispielsweise die Geleise ersetzt. Sie beginnen zu rosten, erklärt Christian Florin, Leiter Infrastruktur bei der RhB, weil sie wegen der Autos im Winter in Kontakt kommen mit Salz.

800 Millionen schwer

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Eröffnet worden war die Linie vor 20 Jahren nach achteinhalb Jahren Bauzeit. Der Bau verschlang 800 Millionen Franken, 85 Prozent bezahlte der Bund, 15 Prozent der Kanton Graubünden. Die Idee für den Tunnel entstand 1977 in der Eidgenössischen Kommission für die schweizerische Gesamtverkehrskonzeption, der auch der damalige Bündner Ständerat Leon Schlumpf angehörte. Schlumpf vertrat die Vereina-Vorlage später als Bundesrat.

Normalerweise rechne man bei Schienen mit einer Lebensdauer von rund 40 Jahren. Im Vereinatunnel müssen sie also schon nach der Hälfte dieser Zeit ersetzt werden.

Normalerweise kommen Schienen nicht in Kontakt mit Salz. Im Vereinatunnel aber schon, wegen der Autos im Winter.
Autor: Christian FlorinLeiter Infrastruktur RhB

Noch einige Jahre betrieben werden können die Züge. «In rund fünf Jahren müssen wir uns aber nach Neuen umsehen», so Florin. Bereits jetzt ersetzt werden die vordersten und hintersten Wagen, auf denen Lastwagen transportiert und die deshalb besonders beansprucht werden.

Eine Idee aus dem Jahre 1977

Weitere Investitionen sind im Bereich Sicherheit angedacht. Etwa der Kauf neuer Löschzüge oder der Bau einer Lüftung. Wie viel die RhB für all die Projekte investieren muss ist noch unklar. Es dürften aber Beträge in dreistelliger Millionenhöhe sein.

Impression vom Verladebetrieb an der Vereina-Autoverladestation der Rhaetischen Bahn in Sagliains.
Legende: Impression vom Verladebetrieb an der Vereina-Autoverladestation der Rhaetischen Bahn in Sagliains. swiss-image
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20 Jahre Vereinatunnel
Aus Schweiz aktuell vom 19.11.2019.
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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ricola Lutsch  (Sportmint)
    Angesichts der vergleichsweise exorbitant hohen Preise für den Verlad eines Autos wird der Ersatz von Schienen und Rollmaterial für die RhB kein grosses Problem darstellen.
    Bitte die neuen Schienen mit Goldstaub versehen. Wegen dem Glitzereffekt.
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    1. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      Die Fähre ist bekanntlich günstiger, nur fährt diese nicht auf der kristallinen Version von H2O,
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  • Kommentar von Urs Widmer  (pinkpoet)
    Vielleicht gab's ja irgendwo einen verantwortlichen Controller, der anständig und pflichtbewusst Rückstellungen für Erneuerung gemacht hat über all die 20 Jahre...
    Aber vielleicht funktioniert ja Politik anders...
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  • Kommentar von Asher Meng  (Ashi)
    Dank Alt BR Schlumpf selig, ist dieser Vereina Tunnel für das Engadin und Val Müstair gebaut worden. Es gab viel Kritik auch aus dem Engadin. Heute sind sicher alle Einwohner froh, dass mehr Touristen im Winter so sicher ins Engadin Samnaun Val Müstair reisen können. Solche BR braucht die Schweiz. Einige BR in der jetzigen Regierung haben diese Fähigkeiten leider nicht. Das kann korrigiert werden durch das Parlament bei der Wahl im Dezember. Danke. Zauberformel ist am ENDE.
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    1. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      Zum Glück hatten wir dazumal die "Zauberformel". Ansonsten hätte eine Regierung den Tunnel gebaut, die nächste den Bau gestoppt, die dritte wieder zu bauen begonnen, die vierte den Tunnel ein für alle Mal gesprengt. So ähnlich läuft es zum Beispiel in unserem südlichen Nachbarland.
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