Babyboomer-Jäger kommen in die Jahre

Ein grosser Teil der Bündner Jägerinnen und Jäger ist im Pensionsalter. Kommen die geburtenstarke Jahrgänge in ein Alter, in dem die Jagd nicht mehr möglich ist, hat das Auswirkungen. Beim Kanton rechnet man damit, dass die Zahl der Jäger längerfristig abnimmt.

Zwei Jäger mit Ferngläsern in den Bündner Bergen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nachwuchs gesucht: Die Zahl der Jäger in Graubünden dürfte in den kommenden Jahren zurückgehen. Keystone

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Qualität statt Quantität

Der Bündner Jagdinspektor will die Anzahl Jägerinnen und Jäger gar nicht zu hoch gewichten. «Es ist durchaus möglich, dass man auch mit weniger Jäger zur gleichen Jagdstrecke kommen kann.» Entscheidend für den Jagdinspektor ist, wie gut die einzelnen Jägerinnen und Jäger sind. Qualität vor Quantität also.

In den letzten Jahren waren regelmässig um die 5'500 Jägerinnen und Jäger auf der Bündner Hochjagd. Diese Zahl ist bislang stabil. Sobald allerdings die geburtenstarken Jahrgänge nicht mehr auf die Jagd gehen, merke man das, sagt Georg Brosi, Jagdinspektor des Kantons Graubünden.

Auswirkungen in zehn Jahren

«Es ist ganz klar, wenn der Zulauf von Jungen gleich bleibt, werden wir in zehn Jahren weniger Jäger haben», erklärt Brosi. Auch beim Bündner Patentjägerverband teilt man diese Einschätzung. Bleiben die Babyboomer der Jagd fern, könne man den Ausfall nicht mit Jungen kompensieren, sagt Robert Brunold, Präsident des Jägerverbands.

Frauen gesucht

Gegensteuer zu geben sei allerdings schwierig. «Wir können ja keine geburtenstarke Jahrgänge hervorzaubern», gibt er zu bedenken. Ein Potential sieht er aber bei den Frauen. Deren Anteil bei den Neujägern habe bereits in den letzten Jahren stetig zugenommen.