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Konvikt am Hang von Chur
Legende: Der Betonbau am Hang von Chur soll saniert werden. Doch viele überzeugen die Pläne nicht. SRF
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Betonbau erregt Gemüter Heikler Sanierungsfall in Chur

Der Kanton will das historisch bedeutende Konvikt sanieren. Ingenieure, Architekten und Heimatschutz sind alarmiert.

Die Zimmer des Wohnheims der Kantonsschule in Chur sind leer, die Jugendlichen in den Ferien. Nun wollen der Bündner Kantonsbaumeister Markus Dünner und seine Leute loslegen. «Die Schränke kommen raus, Pulte werden ersetzt». Die neuen Möbel entsprächen besser heutigen Bedürfnissen. Für 31 Millionen Franken lässt der Kanton den markanten Sichtbetonbau aus den Sechzigerjahren innen und aussen sanieren.

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Bernhard Furrer: «Damit beraubt man dem Bauwerk seiner Seele»
Aus News-Clip vom 24.07.2018.
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Bei Bernhard Furrer, dem eidgenössischen Experten für Denkmalpflege, läuten jedoch die Alarmglocken. Er will die Innenausstattung, die Architekt Otto Glaus 1966 entworfen hat, originalgetreu erhalten. «Es läuft falsch, dass man die Innenräume mit ihrer Ausstattung überhaupt nicht ernst nimmt, sondern Bodenbeläge, Schränke und Fenster auswechselt. Damit beraubt man ein Bauwerk seiner Seele». Nehme die Sanierung des Konvikts ihren Lauf, werde ein baukulturell wichtiges Gebäude unwiederbringlich zerstört.

Fachleute sind schockiert

Das Konvikt, an einem Hang über der Stadt gelegen, steht zwar nicht unter Denkmalschutz. Dennoch hält es eine Allianz aus Bündner Heimatschutz, Architekten und Gestaltern für schützenswert. Bernhard Furrer will das Sanierungsprojekt überprüfen lassen und fordert gar einen sofortigen Stopp.

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Remo Derungs: «Wir fordern, dass der Innenarchitektur Respekt gebracht wird»
Aus News-Clip vom 24.07.2018.
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Ins gleiche Horn stösst Remo Derungs. Der Präsident der Schweizer Innenarchitekten spricht von mangelndem Respekt gegenüber einem wertvollen Bauwerk aus der Nachkriegsmoderne. «Mir stehen die Haare zu Berge, es fehlt das nötige Wissen über die Innenarchitektur».

Kantonsbaumeister Dünner wehrt sich gegen Vorwürfe, die Sanierung erfolge unsensibel gegenüber dem kulturellen Erbe der Sechzigerjahre. Allerdings wollten die Jugendlichen ihre Räume flexibler gestalten und Möbel verrücken können.

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Markus Dünner: «Wir werden auf die Kritik eingehen»
Aus News-Clip vom 24.07.2018.
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Die ursprüngliche Inneneinrichtung sei in einem schlechten Zustand und sehr statisch. «Wir haben sie teilweise schon früher ersetzt. 95 Prozent der Materialien und Oberflächen lassen wir bestehen, setzen sie instand oder renovieren sie.»

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi Hammer  (Ruedi Hammer)
    Glücklich Land & Leute, die solche Probleme haben...Doch halt: dort sterben doch schon Menschen, welche als säumige Prämienzahler keine Medikamente mehr erhalten: https://www.srf.ch/news/schweiz/nach-tod-von-hiv-patient-debatte-ueber-schwarze-listen-entbrannt
  • Kommentar von Daniel Schicker  (iron5)
    Da machen sich mal wieder Leute für den Erhalt eines Gebäudes stark, die sich nie in diesem aufhalten werden und es vermutlich auch nie regelmässig aus der Nähe betrachten müssen. Hauptsache sie können sich in ihren leicht abgehobenen, ideologischen "Gebäude"-ansichten suhlen. Die Herren "Präsident der Schweizer Innenarchitekten" und "Experten für Denkmalpflege" reiten mal wieder einen ganz schön feurigen Selbstprofilierungs-Gaul.
  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    Das ist doch heute wieder voll im Trend. Mal fahre mal ein wenig über Land, da schiessen diese hässlichen Betonklötze wie Pilze aus dem Boden. Ich habe mich schon gefragt, wofür man für sowas überhaupt Architekten braucht.
    1. Antwort von Sascha Freitag  (SF)
      Die hässlichen Betonklötze sollen bei ihren Artgenossen in den Städten bleiben.