Ausstellung Rätisches Museum Das kulturelle Erbe im Boden

In der Sonderausstellung «il fund» im Rätischen Museum werden 50 Fundstellen und die dort entdeckten archäologischen Objekte gezeigt. Es sind 50 Momentaufnahmen aus 12'000 Jahren Geschichte: alpine Steinzeitlager, bronzezeitliche Siedlungen, eisenzeitliche Kultorte, römische Strassen, mittelalterliche Friedhöfe, frühe Industriegebiete bis hin zu Relikten aus dem 20. Jahrhundert.

«Es ist unsere Aufgabe, die Informationen aus der Vergangenheit sichtbar zu machen», sagt Kantonsarchäologe Thomas Reitmaier zur Arbeit des archäologischen Dienstes.

Heute Parkplatz, früher römische Therme

Die 50 Fundorte wurden für die Ausstellung fotografiert. Auf den Bildern sind Parkplätze, Wiesen oder Gebäude - die Fundstelle selber ist nur in den wenigsten Fällen erkennbar. Damit soll laut Reitmaier die Archäologie und damit der Blick in die Vergangenheit als Teil der Gegenwart fassbar werden: «Durch die Weiterentwicklung unserer modernen Welt, durch Überbauungen gehen viele Fundstellen verloren», so der Kantonsarchäologe.

«  Der Klimawandel stellt auch die Archäologie vor Herausforderungen.  »

Thomas Reitmaier
Kantonsarchäologe

Doch mit dem Klimawandel würden sich auch neue Fundstellen eröffnen. So öffnete ein Strahler oberhalb von Disentis/Sedrun eine Bergkristallkluft. Dort fand man Werkzeuge und Geräte, die früher im Gletschereis waren und bis ins frühe sechste Jahrtausend datieren. Die Geräte sind aus Hirsch- und Rehgeweih, damals das stärkste Material im Kanton Graubünden.

«  Wir haben ja alle das Bedürfnis Geschichten zu erzählen, wie damals vor 10'000 Jahren als wir um das Lagerfeuer gesessen sind. »

Thomas Reitmaier
Kantonsarchäologe

Die Ausstellung «il fund» läuft noch bis am 25. Februar 2018 im Rätischen Museum in Chur.