Der Alleingang zweier Ämter

Im vergangenen Jahr beauftragte der Grosse Rat den Kanton, ein Konzept für die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden zu erstellen. Nun liegen zwei Konzepte auf dem Tisch. Eine Situation, mit der niemand zufrieden ist.

Zwei dunkelhäutige Jugendliche Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Leben der UMAs soll mit dem Konzept vereinfacht werden. Keystone

Im letzten Herbst stieg die Zahl von Kindern und Jugendlichen Asylsuchenden, die ohne ihre Eltern in die Schweiz einreisten, sprunghaft an. Auch auf Graubünden kam damit eine neue Situation zu. Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMA) stieg von weniger als zeh auf über 60.

Schon damals hiess es vom Amt für Migration und Zivilrecht, es werde ein Konzept zum Umgang mit den UMA erarbeitet. Bis in diesem Sommer lag das Konzept aber immer noch nicht auf dem Tisch.

Grossräte machen Druck

An der Landsession in Arosa überwies der Grosse Rat deshalb einen Auftrag an die Regierung. Darin forderte er, dass nun ein Konzept gemacht werden müsse. Der Auftrag stammte aus der Feder des Davoser Grossrats Tarzisius Caviezel (FDP). Dieser betonte in seiner Wortmeldung, die UMA in Davos würden mehr und mehr verwahrlosen.

«  Eine ausgeglichene Ernährung ist nicht sichergestellt. Die Schulabsenzen steigen an. »

Auftrag Tarzisius Caviezel
Grossrat, FDP

Seit ein paar Wochen ist das Konzept des Amtes für Migration und Zivilrecht online einsehbar. Darin wird die Betreuung der UMA geregelt, solange ihr Asylverfahren noch läuft.

Sobald klar ist, dass sie in der Schweiz bleiben dürfen, übernimmt das Sozialamt die Verantwortung. Und auch das Sozialamt hat ein Konzept erstellt, nachdem der Auftrag überwiesen wurde. Dieses Papier zeigt auf, wie die Kinder und Jugendlichen untergebracht werden sollen, während sie auf ein eigenständiges Leben in der Schweiz vorbereitet werden.

Zusammenfassung als nächster Schritt

Statt einem liegen nun also zwei Konzepte auf dem Tisch. Sie sind das Resultat eines Alleingangs zweier Ämter. Beide Amtsleiter betonen gegenüber dem Regionaljournal Graubünden, die Situation sei unglücklich. Deshalb sollen die beiden Konzepte in nächster Zeit zu einem einzigen zusammengefasst werden.

Diese Zusammenfassung soll die Zusammenarbeit der beiden Ämter vereinfachen. Zudem soll aber auch das Leben der UMA etwas erleichtert werden. Dies, indem die Abläufe auch für sie einheitlicher werden.