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Bei der Sanierung der Staumauer «Punt dal Gall» sind Fehler gemacht worden
Aus Regionaljournal Graubünden vom 31.03.2020.
abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
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Entscheid Staatsanwaltschaft Weil giftiges PCB im Spöl landete, muss Bauführer Busse zahlen

Der Bauführer einer externen Firma habe «fahrlässig» und «pflichtwidrig» gehandelt. Der Entscheid der Staatsanwaltschaft ist noch nicht rechtskräftig.

Die Panne geschah bei der Sanierung der Staumauer «Punt dal Gall» im Jahr 2016. Eine externe Firma hatte damals den Auftrag, die Rostschutzfarbe im Grundablass der Staumauer zu entfernen. Eine heikle Aufgabe. Die Farbe aus den 1960er-Jahren enthielt nämlich PCB, eine krebserregende und heute weltweit verbotene Industriechemikalie.

Auf dieser Baustelle seien Fehler passiert, schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrem Strafbefehl vom 20. September 2019, den das «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF auf Anfrage erhalten hat.

Eine Baustelle mit Löchern

Weil die Baustelle nicht korrekt abgedichtet war, sei in der Nacht auf den 22. September 2016 «eine unbekannte Menge mit PCB belasteter Staub» nach draussen gewirbelt und schliesslich im Bach Spöl gelandet.

Daran schuld sei der Bauführer der Firma. Er hätte kontrollieren müssen, ob die Baustelle im Unterdruck und damit gegen aussen dicht ist. Das habe er nicht getan, «aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit», was fahrlässig gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft Graubünden spricht deshalb eine Busse von 2000 Franken aus, sowie eine bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 200 Franken. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

15 Millionen Franken für die Sanierung

Der Bach Spöl, der durch den Nationalpark fliesst, ist heute auf mehreren Kilometern mit PCB verseucht. Schon vor der Panne gelangten giftige Farbpartikel in den Bach und lagerten sich ab, das haben Untersuchungen gezeigt. Fischen ist verboten und für den Kanton ist klar, das Gift muss raus aus dem Bach. Die Sanierung kostet – Stand heute – 15 Millionen Franken. Wann sie gemacht wird und wer sie bezahlen muss, ist laut Kanton und Engadiner Kraftwerke noch offen.

Regionaljournal Ostschweiz und Graubünden, 31.03.202; 6:32 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    Als Heimweh Münstertaler, bin dort 9 Jahre in die Schule gegangen,ärgert mich so ein weiches Urteil. Der Spöl wird noch lange mit diesem Gift belastet sein, Fische werden sicher sterben oder gar nicht angesiedelt, am besten. Der Baufüher muss sicher bestraft werden, aber seine Firma muss zur Kasse gebeten werden. Diese Firmen sind zudem gut versichert. Hoffe die Gerichte werden etwas härter durchgreifen, wie bei den einfachen Bürger die wegen jedem Mist bestraft werden. Grazia fichun.
  • Kommentar von Kurt Lyner  (Kurt)
    bitte keine falschen Schuldzuweisungen. "eine Verunreinigung bestand schon vor der Panne" !!!!!!!
  • Kommentar von Thomas Kistler  (THOMKIS)
    Ich verstehe dieses Verhältnis nicht... Eine Baufirma macht einen unwiederbringbaren Schaden an Natur und Umwelt in der Höhe von 15 Millionen und wird gerade mal mit 2000 Fränkli gebüst. Kuscheljustiz ???