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Grosser Rat Graubünden Wenn zwei Stunden 40'000 Franken kosten

Am Dienstagabend hätte die Februarsession im Bündner Grossen Rat beendet werden können. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier hatten jedoch andere Pläne.

Legende: Audio Früher Feierabend kostet den Kanton 40'000 Franken abspielen. Laufzeit 02:57 Minuten.
02:57 min, aus Regionaljournal Graubünden vom 13.02.2019.

Geplant war die Februarsession des Bündner Grossen Rates von Montag bis Mittwoch. Allerdings war schon im Vorfeld klar, dass die drei Tage wegen der eher kleinen Traktandenliste kaum voll ausgenutzt werden. Am Dienstagnachmittag sah es dann so aus, als könne die Session am gleichen Tag beendet werden.

Doch die Ratsleitung und die Fraktionspräsidenten entschieden sich dagegen und zogen den frühzeitigen Feierabend vor. Sie beendeten die Geschäfte am Dienstag um 16.30 Uhr, statt wie üblich um 18 Uhr. Dies führte dazu, dass die Parlamentarierinnen und Parlamentarier am Mittwoch erneut für zwei Stunden erscheinen mussten.

Zeit für ausführliche Diskussion

Die zwei Stunden am Mittwoch kosteten den Kanton Graubünden rund 40’000 Franken. So viel kostet nämlich ein Sessionstag, egal ob er nun zwei oder acht Stunden dauert.

Grossräte erhalten 300 Franken pro Tag

Gemäss der Geschäftsordnung des Bündner Grossen Rates erhalten Parlamentarierinnen und Parlamentarier pro Sitzungstag, an dem sie anwesend sind, 300 Franken. Bei 120 Grossräten ergibt das eine Summe von 36'000 Franken pro Tag.

Hinzu kommen Reisespesen und 150 Franken für Grossräte, die in Chur eine Übernachtungsmöglichkeit brauchen. Das Sekretariat des Grossen Rates schätzt deshalb, dass ein Sessionstag rund 40'000 Franken kostet.

Das letzte Wort in der Angelegenheit hatte Standespräsidentin Tina Gartmann-Albin. Sie verteidigte den Entscheid, einen weiteren Sitzungstag anzuhängen: «Das kostet zwar etwas, dafür können wir jetzt sagen, wir haben gute Arbeit geleistet.» Hätte man die letzten vier Geschäfte am Vortag noch durchgeboxt, wäre eine ausführliche Diskussion nicht möglich gewesen, so die Standespräsidentin.

SP-Fraktionspräsident Conradin Caviezel sieht das ähnlich: «In der Vergangenheit wurden am Schluss immer wieder Vorstösse weniger ausführlich diskutiert. Das ist nicht fair.» Es gibt aber auch kritische Stimmen. Etwa Jan Koch, Chef der SVP-Fraktion, sagt am Mittwoch: «Das Vorgehen ist nicht sehr effizient. Es wäre besser gewesen, die Session gestern zu beenden.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Raymond Klaus (Ray)
    Naja, kann die SP verstehen, es ist ja das Geld anderer Leute. Die Parole der linken Politiker "Nehmen ist seeliger den Geben". Das nicht nur in Graubünden...Genf....Bern....etc.
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    1. Antwort von Boris Lasser (BorisLasser)
      Die SP stellt 19 von 120 Mitglieder des Grossen Rates und ist somit die 2. kleinste Fraktion. Ich denke daher nicht, dass dies auf dem Mist derer gewachsen ist und Frage mich somit, wie Sie auf solche Schlüsse kommen Herr Klaus?
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  • Kommentar von Martin Gamper (MartinX)
    Ich könnte meinen Arbeitgeber fragen ob er mir auch für jeden angebrochen Tag den vollen Lohn zahlt... Dann könnte ich jeden Tag von 8:00 bis 10:00 arbeiten. Der Rest ist bezahlte Freizeit. In der Privatwirtschaft käme sowas nie vor. Schade dass unsere Regierung nicht in der Lage ist wirtschaftlich zu denken. Der Steuerzahler ist dann der geprellte.
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  • Kommentar von Philipp Moreno (HOC)
    40`000 Franken Extrakosten und das weil sie früher in den Feierabend gingen... Da lernt man von Kindesbein an, verschiebe nicht auf Morgen was du heute kannst besorgen, und dann so etwas. Das Argument, dass die Arbeitsqualität gelitten hätte, kann durchaus stimmen ist aber für all diese Personen disqualifizierend... Volksvertreter mit mangelhafter Arbeitsmoral und -ethik, leider häuft sich das seit ein paar Jahren parteiunabhängig. in der Privatwirtschaft mit so einer Haltung, na viel Glück!I
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