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Legende: Video Graubünden will keine ausländischen Jagdtouristen abspielen. Laufzeit 03:20 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.09.2019.
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Keine Ausländer Graubünden vergrault Jagdtouristen

Die Bündner wollen keine ausländischen Jägerinnen und Jäger. Als Abschreckung dient der Preis für das Jagdpatent.

Die Bündner wollen keine ausländischen Jägerinnen und Jäger auf ihrer Hochjagd. Als Abschreckung dient der Preis für das Jagdpatent. Mit satten 14'629 Franken bezahlen Ausländer 20 Mal mehr als Einheimische.

Im Kanton Graubünden hat die Jagdsaison begonnen und tausende Jägerinnen und Jäger sind zurzeit auf der Pirsch. Einheimische bezahlen für die 21 Jagdtage 760 Franken, Ausserkantonale 2813 Franken und Ausländer fast 15'000 Franken.

Laut dem Bündner Jagdinspektor Adrian Arquint hat der Kanton einen solch abschreckenden Preis ganz bewusst gewählt: «Jagen heisst nicht nur Tiere schiessen, jagen heisst auch hegen und pflegen – und dies das ganze Jahr hindurch. Wir sind nicht an Jagdtouristen interessiert, die nur zu uns kommen, um Tiere abzuschiessen.»

Dass ausländische Gäste vergrault werden, müsste für die Bündner Touristiker eigentlich ein Ärgernis sein. Doch Luzi Bürkli von Graubünden Ferien winkt ab: «Selbstverständlich freuen wir uns über jeden Gast, der zu uns kommt. Aber wir erachten es nicht als sinnvoll, die Jagd touristisch zu nutzen. Und Wildtier-Beobachtungen im Nationalpark bieten unseren Gästen ein nachhaltigeres Naturerlebnis.»

Abschreckung wirkt

Der Geschäftsführer des Schweizer Jagdverbands kann es kaum glauben, dass Ausländer im Kanton Graubünden fast 15'000 Franken für ein Jagdpatent bezahlen müssen.

Trotzdem geht für David Clavadetscher dieser Preis absolut in Ordnung: «Wir brauchen keinen Jagdtourismus in der Schweiz, im Bündnerland gibt es genug einheimische Jäger. Und wenn ich in Österreich einen Hirsch schiessen will, muss ich auch 10'000 Franken bezahlen.» Mit dem Jagdpatent könnten ausländische Jägerinnen und Jäger drei Wochen auf die Pirsch und dabei mehrere Tiere erlegen, sagt er.

Wir sind nicht an Jagdtouristen interessiert, die nur zu uns kommen, um Tiere abzuschiessen.
Autor: Adrian ArquintJagdinspektor Kanton Graubünden

Doch so weit kam es bisher gar nicht: Offensichtlich wirkt die Abschreckung. Laut dem Bündner Jagdinspektor hat in den letzten Jahren noch nie ein Ausländer ein Patent für die Hochjagd beantragt.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Die Hochgebirgsjagd gehört traditionell den Einheimischen.
    Hier war es das Recht der Bevölkerung,zu jagen,im Gegensatz
    zum europäischen Umland,wo dies ein Privileg der Adligen war,
    später der Parteibonzen.Es braucht keine trophäenjagenden
    neureichen Zahnärzte aus Nachbarländern hierzulande,die sollen
    sich am Suvrettahügel versammeln.
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  • Kommentar von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    Ob da ausländische Jäger nicht einfach mit einem Schweizer Jagdkollegen auf die Pirsch gehen? Offiziell hat dann der Schweizer Jäger das Tier geschossen... der Ausländer war nur als Kollege und Nichtjäger dabei.
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Das nennt man an den Haaren herbeigezogen.
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  • Kommentar von B. Moser  (moser.b)
    Im Bündnerland stehen sich die Jäger eh auf den Füssen rum, so gesehen braucht es dort nicht auch noch ausländische Jäger.

    Evtl. sollte aber Genf, für arabische Touristen ein Gratisjagtpadent anbieten, zur Förderung des Tourismus. Sorry SRF, allein die Idee, das man im Bündnerland ein Jagttourismus braucht, ist Schwachsinn, aber es zeigt auch wie weit weg man im Leutschenbach von der gesunden Realität entfernt ist.
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