Zum Inhalt springen

Graubünden Lawine am Piz Vilan fordert fünf Tote

Ein Lawine hat am Samstag an der Ostflanke des Piz Vilan in Graubünden acht Skitourenfahrer mitgerissen verschüttet. Drei Personen konnten nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden. Vier Personen wurden schwer verletzt ins Spital geflogen, zwei Personen erlagen im Spital ihren Verletzungen.

Legende: Video «Lawine am Vilan wirft Fragen auf» abspielen. Laufzeit 7:58 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 02.02.2015.

Im Prättigau befand sich eine neunköpfige Gruppe auf einer Skitour zum Vilan. Bei der Abfahrt Richtung Seewis löste sich in einer Höhe von rund 2200 m.ü.M. in der Ostflanke unter dem Gipfel des Vilan eine Lawine und riss acht der neun Tourengänger mit.

Eine Person konnte sich selbstständig aus den Schneemassen befreien, die anderen mussten von Rettungskräften und anderen Tourengängern im Unglücksgebiet gerettet werden, sagte Anita Senti, Mediensprecherin der Kantonspolizei Graubünden, gegenüber SRF News.

Rettungsteam mit Lawinenhund

Sieben Personen mussten in den Schneemassen geortet und ausgegraben werden. Drei Skitourengänger konnten nur noch tot geborgen werden. Vier Personen wurden schwer verletzt in Spitäler nach St. Gallen, Zürich und Chur geflogen. Eine Person erlag am Abend ihren Verletzungen im Spital. Eine weitere Person starb in der Nacht an ihren Verletzungen, wie die Kantonspolizei Graubünden am Sonntag mitteilte.

Die Such- und Rettungsarbeiten dauerten mehrere Stunden. Die Skitourenfahrer waren alle mit Lawinenverschütteten-Suchgeräten (LVS) ausgerüstet. Am Unglücksort standen ein Rettungsteam der SAC-Sektion Prättigau mit acht Helfern und einem Lawinenhund im Einsatz. Fünf Rettungshelikopter waren aufgeboten, drei Ambulanzhelikopter der Rega, einer der Heli Bernina und einer von Swiss Helicopter.

Für die Abklärung der Unfallursache begaben sich am Nachmittag ein Staatsanwalt und Alpin-Spezialisten der Kantonspolizei zusammen mit Experten des WSL-Instituts für Lawinenforschung ins Unfallgebiet.

2 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von WST, Deutschland
    Vollste Zustimmung zu Statement Joe Weiss. Dieses dramatische Unglück wäre mit Abfahrt wie Aufstieg 100% vermeidbar gewesen. Der SAC-Tourenleiter hat bei den sehr gut bekannten Lawinenverhältnissen (www.slf.ch) sehr grob fahrlässig gehandelt, entgegen aller aktuellen Standards wie White risk, Snowcard, Stop&Go, 3x3 und entgegen dem gesunden Menschenverstand. Für ihn persönlich so wie für die Hinterbliebenen ein Drama. Ich kenne den Vilan persönlich von einer Vielzahl von Winterbegehungen ....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Joe Weiss, Zürich
    Der Aussage, dass «der Vilan bei diesen Bedingungen eine verantwortbare Tour ist» muss - in dieser Form - klar widersprochen werden. JA, es ist zu verantworten, wenn in den oberen Partien über die Aufstiegspur (Ostgrat) abgefahren und erst deutlich weiter unten nach Seewis abgedreht wird. NEIN, wenn die oberen (auch auf der Karte als 30° und steiler markierten) Hänge gemieden werden... Windverfrachtung, Schwachschicht, Muldenlage, Gruppengrösse... alles Einflüsse, die zum Desaster führten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen