«Rotkäppchen wirkt noch immer nach»

Der SRF-Filmemacher und Biologe Andreas Moser hält ein Zusammenleben von Mensch und Wolf für möglich. Auch wenn die Wolfsbestände in der Schweiz wachsen. Von Abschüssen hält er nichts.

Am Calanda leben Wölfe: Zum ersten Mal seit 150 Jahren bewegt sich wieder ein Wolfsrudel in der Schweiz. Die Tiere sind zwischen Mittelbünden und dem Kanton St. Gallen unterwegs, auch im Engadin soll ein Tier leben. Politisch wird nun gefordert, den Schutz der Tiere zu lockern, auch der Bündner CVP-Ständerat hat in Bern eine Motion eingereicht, die den Wolfsbestand mit Abschüssen regeln will.

Der Biologe und SRF-Journalist Andreas Moser hält nichts von dieser Idee. Man könne die Wölfe nicht mit dem Wild vergleichen, sagt Moser in Gespräch mit dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF.

Durch einzelne Abschüsse würden die Rudeltiere sogar eher noch beunruhigt. Abschüsse seien deshalb nur in äusserst speziellen Situationen angebracht.

Vielmehr sei der Herdenschutz zu verstärken. Für Menschen seien Wölfe keine Gefahr. Die Ängste der Bevölkerung führt Moser auf das «Rotkäppchen»-Image der Wölfe zurück.