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Sonderjagd Initiant Christian Mathis betreibt den Kanton

Der ehemalige SVP-Grossrat fordert vom Kanton rund 113'000 Franken. Doch der Kanton zahlt nicht. Wahrscheinlich entscheidet nun das Verwaltungsgericht.

Legende: Audio Christian Mathis fordert über 100'000 Franken vom Kanton abspielen. Laufzeit 02:52 Minuten.
02:52 min, aus Regionaljournal Graubünden vom 03.12.2018.

Seit fünf Jahren kämpft Christian Mathis alias «Hitsch» gegen die Sonderjagd und für eine Initiative, welche diese umstrittene Jagd im Spätherbst abschaffen will. Regierung und Parlament hatten die Initiative für ungültig erklärt. Daraufhin riefen die Sonderjagdgegner das Bundesgericht an. Dieses entschied, dass die Initiative übergeordnetem Recht entspreche. Sprich: dass das Volk abstimmen darf.

Es hätte anders kommen können

Der Gang an die oberste Instanz hätte aber verhindert werden können, glaubt Christian Mathis. Schuld sei Mario Cavigelli. Dieser habe dem Parlament bei der entscheidenden Debatte Fakten vorenthalten. Die Politiker hätten damals nichts gewusst, dass das Bundesamt für Umwelt (BAFU) zum Schluss gekommen sei, dass die Initiative nicht gegen übergeordnetes Recht verstosse. «Hätten sie es gewusst, hätten sie vielleicht anders entschieden, und wir hätten nicht bis vors Bundesgericht ziehen müssen», sagt Christan Mathis.

Kanton muss und will nicht zahlen

Der Gang vors Bundesgericht hat ihn 113’318 Franken und 25 Rappen gekostet. Das berichtet «Die Zeit», Link öffnet in einem neuen Fenster. Und dieses Geld will der Sonderjagdgegner beim Kanton zurückholen. Er hat ihm bereits vor einem Jahr eine Rechnung über diesen Betrag geschickt. Doch der Kanton zahlte nicht, auch nicht nachdem er mehrere Mahnungen nachgeschoben hatte. Nun hat Christian Mathis den Kanton betrieben.

Doch dieser denkt nicht daran etwas zu zahlen. Regierungsrat Mario Cavigelli erklärt gegenüber Radio SRF: «Wir haben den Initianten bereits eine Entschädigung bezahlt, mehr können wir nicht tun, es gibt keine gesetzliche Grundlage». Das Bundesgericht hat dem Kanton eine Zahlung von 3000 Franken auferlegt. Dieses Geld hat der Kanton der Gegenpartei ausbezahlt.

Ein Fall fürs Verwaltungsgericht

Doch Christian Mathis und seine Mitstreiter wollen nicht aufgeben. Mitte Oktober haben sie eine Betreibung gegen den Kanton eingeleitet. Dieser erhebt nun aber Rechtsvorschlag. Das bedeutet, er wird der Zahlung nicht nachkommen. Mathis wiederum kann jetzt vor dem Verwaltungsgericht klagen. Voraussichtlich werden die Richter entscheiden, ob der Kanton die Rechnung über 113’318 Franken und 25 Rappen bezahlen muss oder ob sie in den Papierkorb gehört.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Weitere /r Volks-Steuergeld-Verschwendung-Missbrauch! Stoppt endlich den überflüssigen , zerstörerischen Wahnsinn "Jägerschaft"! Allein die Wild-und Raubtiere sind fähig, sich adäquat um das sensible Ökosystem zu kümmern! Der Mensch ist der alleinige Zerstörer der Welt! Kein einziges tierisches Lebewesen würde das tun!
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