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Keine Öffentlichkeit Tödlicher Unfall auf dem Cresta Run

Legende: Audio Ein 72-jähriger stirbt nach einem Sturz auf der Skeletonbahn Cresta Run in St.Moritz. (Symbolbild) abspielen. Laufzeit 1:12 Minuten.
1:12 min, aus Regi GR vom 19.06.2017.

Über den Unfall berichtete Anfang März die britische Zeitung «Daily Mail». Der 72-jährige Brite sei ein erfahrener Cresta-Run-Fahrer gewesen. Wie die Bündner Staatsanwaltschaft bestätigt, verlor der Brite in der als schwierig bekannten Kurve «Shuttlecock» die Kontrolle über den Schlitten und flog aus dem Eiskanal. Dabei sei es ihm nicht gelungen, den Schlitten von sich zu stossen. Der Mann schlug mit dem Kopf auf den Schlitten auf und zog sich schwere Hirnverletzungen zu.

In unserer Beurteilung bestand zu diesem Zeitpunkt kein öffentliches Interesse.
Autor: Roman RüeggSprecher Kantonspolizei Graubünden

Eine Woche später, am 23. Februar, verstarb der Mann im Kantonsspital Graubünden. Die Bündner Kantonspolizei verzichtete darauf, die Öffentlichkeit zu informieren. Roman Rüegg, Sprecher der Kantonspolizei, schreibt auf Anfrage: «In unserer Beurteilung bestand zu diesem Zeitpunkt kein öffentliches Interesse.»

Fünfter tödliche Unfall seit der Eröffnung

Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat die Untersuchung zum Unfall am 17. Mai eingestellt. Laut Staatsanwalt Bruno Ulmi gehe man von Selbstverschulden aus, es gebe keine Hinweise auf Dritteinwirkung.

Der Cresta Run wird von einem privaten britischen Club betrieben, der 1887 gegründet wurde. Die Fahrer erreichen Spitzengeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern. Laut Auskunft der Club-Sekretärin ist dies der fünfte tödliche Unfall. Zum letzten Mal starb 1973 ein Cresta Run-Fahrer, zwei Tote gab es 1907 und einen weiteren 1913.

Nicht der erste Unfall

Das Kantonsgericht Graubünden verhandelt bereits zum dritten Mal den gleichen Unfall auf dem Cresta Run. Ein britischer Soldat verlor 2008 seinen rechten Fuss. Das Kantonsgericht weigerte sich letztes Jahr, seine beiden bisherigen Urteile dazu zu veröffentlichen. Das Regionaljournal Graubünden ging deswegen vor Bundesgericht und bekam Recht.

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