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Nachtwandern ist beliebt
Aus Regionaljournal Graubünden vom 19.08.2020.
abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
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Tourismus Trend Wandern bei Nacht – romantisch oder störend?

Nachtwanderungen gewinnen an Beliebtheit. Die Naturschützer fürchten aber um die Ruhe der Tiere.

Bei Mondschein durch die Rheinschlucht, auf den Piz Scalottas oder durch die Viamala. Solche geführten Wanderungen bietet die Bündner Tourismusorganisation Graubünden Ferien im September täglich – besser gesagt jede Nacht – an. «Wir hoffen, damit in der Nebensaison zusätzliche Gäste zu gewinnen», sagt Luzi Bürkli von Graubünden Ferien.

Sorgen um gestresste Natur

Bedenken hat Armando Lenz von Pro Natura Graubünden: «Die Tiere brauchen auch einmal Ruhe vor uns Menschen.» Zudem fänden die Nachtwanderungen während der Jagdsaison statt. Die Tiere seien also sowieso schon grösserem Stress ausgesetzt.

«Wir sind mit dem Kanton in Verbindung und haben Routen gewählt, wo das Wild nicht gestört wird», betont Luzi Bürkli. Pro Natura macht sich aber nicht nur Sorgen ums Wild, sondern auch um kleinste Lebewesen und Pflanzen. Zudem animiere das Angebot die Leute, auch privat in der Nacht wandern zu gehen.

Wiese von einer Taschenlampe teilweise erleuchtet
Legende: Keystone

Idee der Nachtwanderung bekannt

Neu ist die Idee von Nachtwanderungen allerdings nicht. Gerade im Winter sind Schneeschuhtouren bei Nacht beliebt. Aber auch im Sommer bietet beispielsweise Appenzellerland Tourismus seit acht Jahren eine mehrstündige Tour bei Nacht an. Allerdings nur einmal im Jahr. Das wolle man auch nicht ausbauen, sagt Andreas Frey von Appenzellerland Tourismus: «Der Tourismus im Appenzellerland lebt vom Weitblick, der einem in der Nacht fehlt.» Man beobachte die Entwicklung bei den Bündner Kollegen aber genau.

Auch Pro Natura Graubünden will vorerst nur beobachten. Bis jetzt habe man nicht vor, gegen die Nachtwanderungen vorzugehen.

Regionaljournal Graubünden; 19.08.2020; 17:30 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Auch hier zeigt sich der Egoismus ganz klar. Es wird auf die Wildtiere keine Rücksicht genommen. Es sind wohl die gleichen leute, welche ausrufen wenn sie in der Nacht beim Schlaf gestört werden weil ein paar Nachtmenschen radau machen.
  • Kommentar von Peter Frei  (Piotr)
    Die Menschheit - allen voran die Tourismusverantwortlichen - ist offenbar jetzt total am Verblöden. Wer nachts wandern will, dem empfehle ich ein Laufband im eigenen Garten. Hoffentlich distanzieren sich die Unfallversicherungen von diesem Schwachsinn.
    1. Antwort von Urs Petermann  (Rhf)
      @Piotr: Sie sahen wohl noch nie den Sternenhimmel über uns in einer abgelegenen Region. Er ist wunderschön. Ich wanderte mit meinem Vater vor rund 60 Jahren z.B. auch, um in den Bergen einen Sonnenaufgang zu bewundern.
    2. Antwort von Peter Frei  (Piotr)
      @Rhf / Gegen solche Aktivitäten hat ja auch niemand was. Kein Naturfreund würde einen wunderschönen Sternenhimmel oder Sonnenaufgang ausschlagen. Aber hier geht es um von Touristikvereinen organisiertes Nachtwandern, und das hat mit Verlaub rein gar nichts mit Naturgenuss zu tun. Das dient allein nur zur Anhebung der Feriengästequote.
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Bei einer 10 Mio. Schweiz ist dies vielleicht die Lösung, am Tag die Biker in der Nacht die Wanderer. Ironie aus.
    1. Antwort von Urs Petermann  (Rhf)
      @René Balli: Danke für diesen wunderschönen Kommentar!