Unia reicht Beschwerde gegen Sonntagsarbeit in Landquart ein

Der Kanton Graubünden setze sich mit seiner bewilligungsfreien Sonntagslösung im Outlet-Dorf in Landquart gegen ein Bundesgerichtsurteil hinweg, hält die Gewerkschaft Unia fest. Sie reicht deshalb zwei Beschwerden ein, eine davon geht an den Bundesrat.

Häuser des Outlet-Dorfes in Landquart Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit 2009 haben die Läden im Outlet-Dorf in Landquart geöffnet. 370 Teil- und Vollzeitstellen zählen die 70 Shops. Keystone

Das Bundesgericht entschied im Februar, Landquart sei kein Tourismusgebiet. Deshalb könnte die Spezialnorm für bewilligungsfreie Sonntagsarbeit nicht angewendet werden. Das Bündner Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga) hielt aber an einer bewilligungsfreien Sonntagslösung fest. Die Begründung: Der Tessiner Ständerat Fabio Abate hat auf Bundesebene eine Motion eingereicht, welche eine Anpassung der rechtlichen Grundlagen fordert. Diesen Entscheid wolle man abwarten.

Eine der zwei Beschwerden, welche die Unia in den nächsten Tagen einreichen will, geht an den Bundesrat. Die Landesregierung wird darin aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Bündner Behörden das Urteil des Bundesgerichts umsetzen.

Die zweite Beschwerde ist ans Kiga gerichtet. Dem Amt wirft die Gewerkschaft wiederholte Missachtung des Arbeitsgesetzes vor.