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Legende: Audio Im Schnitt hat jeder Staatsanwalt 80 bis 90 ausstehende Fälle. abspielen. Laufzeit 02:49 Minuten.
02:49 min, aus Regionaljournal Graubünden vom 03.04.2019.
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Viele hängige Fälle Bündner Staatsanwaltschaft denkt laut über neue Stellen nach

Auch im vergangenen Jahr wuchs bei der Bündner Staatsanwaltschaft der Pendenzenberg im Bereich Verbrechen und Vergehen.

Wie das «Regionaljournal Graubünden» kürzlich berichtete, häufen sich beim Bündner Kantonsgericht die Fälle. Mit dem gleichen Problem kämpft auch die Staatsanwaltschaft Graubünden. Im Vorwort des aktuellen Jahresberichts, den Radio SRF auf Anfrage erhielt, heisst es: «Die Belastung ist nach wie vor hoch».

Der Jahresbericht in Kürze

  • Im Jahr 2018 schlossen die 22 Bündner Staatsanwälte und Staatsanwältinnen 18'460 Fälle ab.
  • 14'374 Fälle betrafen Übertretungen, beispielsweise im Strassenverkehr. Hier erledigte die Staatsanwaltschaft leicht mehr Fälle.
  • Zugenommen hat die Zahl der pendenten Fälle im zeitintensiven Bereich «Verbrechen und Vergehen». Ende 2018 waren 1'343 Fälle hängig.
  • Ziel der Staatsanwaltschaft ist es, innerhalb von zwei Jahren alle Fälle abzuschliessen. Aktuell sind jedoch 63 Fälle älter als zwei Jahre.

Im Bereich «Vergehen und Verbrechen» – das kann eine Schlägerei, Todesfälle aber auch Umweltverschmutzung sein – schiebt die Staatsanwaltschaft einen Pendenzenberg vor sich her.

Legende:
Fälle im Bereich «Verbrechen und Vergehen» Frühere Jahresberichte sind nicht öffentlich. Jahresberichte 2018 und 2017 der Staatsanwaltschaft Graubünden

Arbeiten die Bündner Staatsanwälte also zu wenig effizient? Claudio Riedi, Leiter der Staatsanwaltschaft, weist diesen Vorwurf zurück: «Das wir nicht genug effizient arbeiten, das darf und kann man nicht sagen.» Im letzten Jahr habe die Staatsanwaltschaft in diesem Bereich 700 Fälle mehr erledigt als im Vorjahr.

Doch die Arbeitslast sei gross. Mit ein Grund sei Cybercrime, also Verbrechen im Internet, wie beispielsweise Betrugsversuche, Drohungen oder Erpressungen. Die Ermittlungen im Internet seien aufwendiger. Digitale Beweise würden schneller verschwinden, Betrüger aus dem Ausland operieren.

Mehr Personal wäre eine Lösung

Laut Claudio Riedi hat im Schnitt jeder Staatsanwalt 80 bis 90 ausstehende Fälle. Man müsse sich deshalb überlegen, wie es weiter geht: «Wenn man die Belastung der einzelnen Staatsanwälte verringern möchte und die Fallzahlen so hoch bleiben, denn wird man über kurz oder lang darüber diskutieren und nachdenken müssen, ob die Staatsanwaltschaft mehr Personal braucht.»

Über zusätzliche Staatsanwälte entscheiden in Graubünden Regierung und Parlament.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr

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