Wieder ein Zugpferd weniger bei der GLP Graubünden

Wegen unterschiedlichen Vorstellungen über die Ausrichtung der GLP in Graubünden tritt Christian Stricker aus der Partei aus. Der Entscheid kommt nicht überraschend. Die Partei steckt im Formtief.

Porträt Christian Stricker. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mit dem Abgang von Christian Stricker verliert die Partei nun noch eines ihrer wenigen Zugpferde. GLP

Im Frühling war Christian Stricker sauer. Der Grund: Die Ortspartei hatte nicht ihn, sondern Walter von Balmoos für die Wahlen in die Davoser Regierung nominiert. Man habe sich für den Kandidaten mit den grösseren Wahlchancen entschieden, hiess es später von der Parteileitung.

Als Parteiloser weitermachen

Mit dieser Strategie war Stricker nicht einverstanden. Daher hat er sein Amt als Parteipräsident abgegben. Inzwischen hätten sich die unterschiedlichen Vorstellungen über strategische Fragen und die Rolle der GLP in Grabünden noch verstärkt. Daher habe er die Konsequenzen gezogen, sagt Christian Stricker auf Anfrage. Im Davoser Parlament will Stricker nun als Parteiloser weiter politisieren. Den Idealen und den Themen der GLP werde er aber weiterhin treu bleiben, erklärt er.

Aushängeschilder fehlen

Nach ihrem fulminanten Start stecken die Grünliberalen in Graubünden heute im Formtief.

Dies gibt auch der jetzige Präsident der Partei, Gaudenz Bavier, zu.Die Partei habe gerade einmal 120 Mitglieder. Und im aktuellen Umfeld sei es einfach sehr schwierig neue Leute für die Partei zu gewinnen.Mit dem Abgang von Christian Stricker verliert die Partei nun noch eines ihrer wenigen Zugpferde.

Dies nachdem bereits das Aushängeschild Josias Gasser die Wiederwahl in den Nationalrat verpasst hatte. Auch ist es der Partei nicht gelungen ihren aussichtsreichsten Kandidaten in die Davoser Regierung zu hieven. Walter von Balmoos hatte gegenüber der SVP Kandidatin Valérie Favre Accola den Kürzeren gezogen.