Zum Inhalt springen

Header

Audio
«Ich lebe täglich mit dem Tod von Paul Spirig», Andy Prinzing
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 11.01.2019.
abspielen. Laufzeit 12:52 Minuten.
Inhalt

20 Jahre St. Galler Lehrermord «Den Selbstmord des Täters empfinde ich als feige»

Am 11. Januar 1999 – vor genau 20 Jahren – ist in St. Gallen der Lehrer Paul Spirig getötet worden. Er wurde in einem Besprechungszimmer von Ded Gecai, dem Vater einer Schülerin, erschossen.

Diesen Vorfall hautnah miterlebt hat Andy Prinzing, der damalige Schulleiter des Schulhauses Engelwies.

Andy Prinzing

Andy Prinzing

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Ehemaliger Schulleiter des Schulhauses Engelwies in St. Gallen und Chef von Paul Spirig, der vor 20 Jahren erschossen wurde. Vor vier Jahren hat er das Schulhaus Engelwies verlassen und ist nun Schulleiter in Weinfelden.

SRF News: Wie hat Sie der St. Galler Lehrermord verändert?

Andy Prinzing: Die Bluttat von Ded Gecaj vor 20 Jahren ist in meinem Leben noch immer sehr präsent. Ich hatte kurz nach der Tat das Gefühl, dass der Lehrermord einen Zusammenhang hatte mit dem Migrationshintergrund des Täters. Doch das hat sich mittlerweile geändert. Der Mord hatte nichts mit der Nationalität von Ded Gecaj zu tun.

Ich lebe täglich mit dem gewaltsamen Tod von Paul Spirig. Der Lehrermord ist auch 20 Jahre danach noch sehr präsent.

Ich bin durch die Tat dünnhäutiger geworden. Ich spreche Konflikte früher und offener an. Ich lebe täglich mit dem gewaltsamen Tod von Paul Spirig. Der Lehrermord ist auch 20 Jahre danach noch sehr präsent.

Wie hat der Mord am St. Galler Lehrer Paul Spirig die Schule verändert?

Unmittelbar nach der Tat wurden Sicherheitsvorkehrungen getroffen bei schwierigen Elterngesprächen. Die Lehrer waren immer zu zweit. Den Eltern wurde ein Fluchtweg offengelassen. Ausserdem wurden Kriseninterventionsteams gegründet. Die Sozialarbeit wurde ausgebaut.

Wie haben Sie damals auf die Nachricht reagiert, dass sich Ded Gecaj in Untersuchungshaft in St. Gallen das Leben nahm?

Ich hatte mir erhofft, dass die ganze Geschichte vor Gericht aufgearbeitet wird. Dass dem Täter mit einer Haftstrafe Gerechtigkeit widerfährt. Dass sich Ded Gecaj dem Ganzen mit seinem Selbstmord entzogen hat, empfand ich damals wie heute als eine feige Tat.

Das Gespräch führte Sascha Zürcher.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.