Zum Inhalt springen
Inhalt

Baumwipfelpfad Neckertal Ungewohnte Perspektive lockt Massen an

Legende: Audio Grosser Ansturm auf den Baumwipfelpfad abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
01:28 min, aus Regionaljournal Ostschweiz vom 12.10.2018.

80'000 Touristen haben seit Mai 2018 den Baumwipfelpfad Neckertal besucht. An sonnigen Wochenendtagen sind es bis zu 1500 Gäste, die in Mogelsberg auf einem Holzsteg zwischen den Baumwipfeln spazieren. Die Parkplätze und die langen Wartezeiten an der Kasse und bei der Verpflegung sind dann ein Problem. Es muss bis zu 45 Minuten Gehzeit von der Touristenattraktion entfernt parkiert werden. Veranstalter und Gemeinde sind gefordert.

Das Projekt in Mogelsberg hat die Veranstalter regelrecht überrollt. Ohne grosse Werbemassnahmen kommen Interessierte aus der ganzen Schweiz ins Neckertal. SRF Regionaljournal liess Urs Wagenseil von der Hochschule Luzern die Situation beurteilen.

Urs Wagenseil

Urs Wagenseil

Leiter Kompetenzzentrum Tourismus, Hochschule Luzern

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Als Leiter des Kompetenzzentrums Tourismus an der Hochschule Luzern beschäftigt sich Urs Wagenseil mit Fragen zu nachhaltigem Tourismus. Er ist ehemaliger Tourismusdirektor von Lenzerheide. Seit 2005 arbeitet Urs Wagenseil an der Hochschule Luzern.

SRF News: Die neue Idee eines Baumwipfelpfades scheint beim Publikum anzukommen. Wo ist die Grenze eines solchen Projektes?

Urs Wagenseil: Wenn so viele Leute kommen, entstehen Verkehrsprobleme oder Abfallprobleme; die Einheimischen fühlen sich gestört. Hier muss der Veranstalter einerseits schnell reagieren und Probleme lösen. Den Verkehr zum Beispiel sinnvoll lenken. Zudem müssen langfristige Massnahmen geplant werden. Die zeitnahe Information über Besucherströme via Internet sind zum Beispiel wesentlich.

Was machen Destinationen mit grossem Publikumsaufmarsch besser als andere?

Neue Produkte sind auf dem Markt attraktiv. Die Kunden sind hungrig nach neuen Freizeitangeboten und Ideen. Sie wollen ein attraktives Angebot. Das scheint den Betreibern des Baumwipfelpfades gelungen zu sein. Der Wettbewerb in der Region wird dadurch intensiver.

Sind langfristig angelegte Projekte nicht mehr möglich?

Doch. Damit ein Angebot über lange Zeit viele Menschen anlocken kann, braucht es immer wieder Erneuerungen und Anpassungen. Es gibt schnell Sättigungserscheinungen. Der Veranstalter muss aktiv bleiben und immer zwei, drei Schritte voraus sein. Auch die Anbieter des Baumwipfelpfades Neckertal können sich nicht auf dem Erfolg ausruhen.

Das Gespräch führte Karin Kobler.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Zuviele Leute kommen, so entstehen Verkehrsprobleme oder Abfallprobleme; die Einheimischen fühlen sich gestört. Der Eingriff in die Natur bzw. Wald ist zerstörerisch. Die Tierwelt wird gestört. Viele Menschen sind hungrig nach immer mehr neuen Freizeitangeboten, muss das sein? Anstatt dass wir das Ökosystem schützen, wird Wald, Berg, Wiesen, Schluchten mit immer mehr Freizeitangeboten immer mehr verschandelt aus Profit. Natur und Stille im Wald, was gibt es Schöneres! Riechen und hören!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Mit dem Auto weite Strecken fahren um Baumwipfel zu sehen ist nicht gerade umweltfreundlich. Achtsamkeit geht anders!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beni Berner (Beni)
    immer neuer, immer ausgefallener, immer spektakulärer, immer schneller, immer mehr kick. auf der strecke bleiben die ökologie, die natur und die vernunft. von einem leiter kompetenzzentrum tourismus dürfen keine kommentare über nachhaltigkeit erwartet werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen