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«Jemand muss im Alpstein für Recht und Ordnung sorgen»
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 08.06.2020.
abspielen. Laufzeit 04:21 Minuten.
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Gegen Müll und Übernutzung Ranger für den Alpstein?

Weil der Alpstein in den letzten Wochen von Touristen überrannt wurde, fordert ein Hotelier einen «Alpstein-Ranger».

Der Begriff und die Funktion des Rangers kommt ursprünglich aus Nordamerika. Ein Ranger schaut in einem Park oder Naturschutzgebiet zum Rechten und klärt auch interessierte Besucher auf. Nun soll die Ranger-Funktion auf den Alpstein im Kanton Appenzell Innerrhoden adaptiert werden.

So zumindest die Idee von Hotelier Christian Lienhard. Er ist seit fast 30 Jahren Direktor des bekanntesten Hotels im Kanton Appenzell Innerrhoden, dem Hotel Hof Weissbad. Dieses befindet sich nur wenige Kilometer entfernt vom wohl beliebtesten Einstiegspunkt in den Alpstein, dem Parkplatz in Wasserauen.

Auf dem Parkplatz in Wasserauen ist auch am Montagmorgen um ca. 10 Uhr Betrieb, es hat aber noch Platz.
Legende: Auf dem Parkplatz in Wasserauen ist auch am Montagmorgen um ca. 10 Uhr Betrieb, es hat aber noch Platz. SRF/Michael Ulmann

«Die vergangenen schönen Wochenenden oder Feiertage mit den vielen Touristen, die den Alpstein besucht haben, waren für uns sehr mühsam. Wegen der vollen Parkplätzen parkten die Touristen oft bei uns auf dem Hotelgelände», ärgert sich Lienhard. Wie andere Innerrhoderinnen und Innerrhoder ärgert er sich aber auch über liegen gebliebenen Abfall am Seealpsee oder die unzähligen Feuerstellen, die spontan errichtet wurden.

«Deshalb braucht es eine Aufsicht beim Seealpsee oder beim Parkplatz in Wasserauen. So eine Art Ranger, der einen Wildwuchs wie in den vergangenen Wochen verhindert», fordert Lienhard. Dieser Ranger soll die Leute anweisen, wo grilliert oder campiert werden darf oder was die Leute mit ihrem Abfall machen sollen.

Portrait von Christian Lienhard, Direktor Hotel Hofweissbad
Legende: Christian Lienhard, Direktor des Hotels Hof Weissbad, ist besorgt um das Image der Alpstein-Region. SRF/Michael Ulmann

Beim Innerrhoder Tourismus-Verband Appenzellerland Tourismus AI kommt diese Idee des Alpstein-Rangers grundsätzlich gut an. «Wir haben schon vor einigen Jahren darüber diskutiert», sagt der Geschäftsleiter Guido Buob. «Bisher habe ich eine solche Idee noch als Marketing-Gag angesehen. Wegen des veränderten Nutzerverhaltens der Besucher im Alpstein bin ich unterdessen aber bereit, wieder darüber zu diskutieren.»

Portrait von Guido Buob, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus AI
Legende: «Vielleicht braucht es wirklich eine Art Ranger im Alpstein», sagt Guido Buob, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AI. SRF/Michael Ulmann

Sowohl für Guido Buob als auch für Hotelier Christian Lienhard ist aber klar: In Innerrhoden soll es auch in Zukunft einen nachhaltigen und qualitativen Tourismus geben. Die Herausforderung dabei sei, alle Interessen von Tourismus, Politik, Landwirtschaft und Natur unter einen Hut zu bringen.

Kanton will zuwarten

Roland Dähler im Portrait

Beim Kanton findet man die nicht ganz neue Idee mit dem Alpstein-Ranger von Hotelier Christian Lienhard grundsätzlich gut. «Ich bin gerne bereit mit allen Beteiligten erneut darüber zu diskutieren», sagt der Innerrhoder Volkswirtschaftsdirektor Roland Dähler gegenüber Radio SRF, betont aber: «Ich will auch nichts überstürzen. Man darf nun nicht eine langjährige, erfolgreiche Tourismusstrategie von heute auf morgen einfach verhindern.» Denn schliesslich sei diese Situation - coronabedingt - einfach auch aussergewöhnlich.

Regionaljournal Ostschweiz; 17:30 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    Vielleicht würde es auch schon helfen, Mülleimer auf zu stellen, so wie im Rest der Welt auch.
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    1. Antwort von Laura Brunner  (bougiebear)
      Das Einzige, was man in der freien Natur zurücklassen sollte sind seine Fussabdrücke. Alles Andere darf man wieder mitnehmen, dazu gehören selbstverständlich auch die schönen Erinnerungen.
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    2. Antwort von Samuel Zollinger  (Uncle Sam)
      Es braucht überhaupt keinen einzigen Mülleimer, schliesslich bringt man den ganzen Güsel ja von zu Hause mit, also wird dieser auch wieder nach Hause gebracht und entsorgt, aber richtig und nicht einfach irgendwo! Erziehungssache, oder!
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    3. Antwort von Samuel Müller  (Samuel Müller)
      Diese hartnäckige Argumentation ist bekannt. Schön wärs wenn die Menschen so vernünftig wären. Sind sie aber nicht!
      Abfalleimer sind eine Selbstverständlichkeit, überall. Kostet ja nicht viel, (ausser etwas Stolz). Aber die Natur würde es danken und von der will man ja leben als Tourismusverband.
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    4. Antwort von Samuel Müller  (Samuel Müller)
      Und im übrigen motiveren Abfallkübel auch Menschen wie mich, Abfall von anderen zusammen zu nehmen. Gerade während Corona war das deutlich mehr und das zusammennehmen von fremden Abfall brauchte die doppelte Überwindung. Das ist die Realität und nicht Wunschdenken.
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    5. Antwort von Monika Amrein  (Monia)
      Wer hinaus in die Natur geht, trägt seinen Proviant mit hinaus. Es macht keine Mühe die Abfälle wieder einzupacken nach Hause zu tragen und dort korrekt zu entsorgen. Das ist eine Frage des Respekts der Natur und allen gegenüber, die diese Natur auch in ihrer Schönheit geniessen wollen. Entspringt etwa die Ansicht, dass überall dort wo man gerade etwas fallen lassen möchte ein Abfalleimer stehen sollte, der Bequemlichkeit der Menschen?
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