Gemeindepräsidentin statt Frau Gemeindeammann

Der Grosse Rat des Kantons Thurgau hat am Mittwoch einer Gesetzesänderung zugestimmt, mit der die Bezeichnung des Gemeindeoberhaupts neu geregelt wird: Statt Gemeindeammänner gibt es künftig Gemeindepräsidenten.

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Bildlegende: Der Grosse Rat regelt die Bezeichnungen neu: Aus dem Ammann wird ein Präsident. Keystone

Die Änderung geht auf eine Motion zurück, die vom Grossen Rat im Oktober 2012 überwiesen worden war. Die Regierung argumentierte nun in ihrer Botschaft, dass die Bezeichnung «Gemeindeammann» veraltet sei. Zudem sei dies keine adäquate Bezeichnung, wenn eine Frau das Gemeindeoberhaupt sei. Dieser Meinung waren auch Vertreter der SP:

«  <Gemeindeammann> ist klar die Bezeichnung für einen Mann und es gibt keine Möglichkeit, eine vernünftige weibliche Form abzuleiten. »

Renate Bruggmann
SP-Parlamentarierin

In der Debatte wehrten sich unter anderem Vertreter der SVP gegen die Vorlage: Sie sei unnötig, das sei kein Problem des Volkes.

«  Der Begriff <Gemeindeammann> ist durch eine lange Tradition gerechtfertigt und wirkt identitätsfördernd, genauso wie der Thurgauer Apfel. »

Andrea Vonlanthen
SVP-Parlamentarier

Bei der Abstimmung stimmte eine deutliche Mehrheit für Eintreten (83 Ja- gegen 27 Nein-Stimmen). Weitere Diskussionen gab es nicht mehr, damit sind die Änderungen in erster Lesung beschlossen. Sie treten auf den 1. Juni 2015 in Kraft und bringen auch für die Stadtoberhäupter eine neue Bezeichnung: Sie heissen analog zu den Gemeinden neu Stadtpräsident oder Stadtpräsidentin.