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Mit dem Herdenschutzverantwortlichen unterwegs
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 06.05.2019.
abspielen. Laufzeit 06:39 Minuten.
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Herdenschutz Wolf «Wichtig ist, dass wir den Wolf nicht vergessen»

Seit 2012 leben die Schaf- und Geissenbesitzer im Kanton St. Gallen mit dem Wolf. Die Schutzmassnahmen werden laufend verbessert. Das St. Galler SMS-Warnsystem wird von immer mehr Kantonen übernommen.

Sven Baumgartner ist seit deren Gründung im Jahr 2014 Leiter der «Fachstelle Herdenschutz». Als Leiter der «Fachstelle Kleinvieh» am Landwirtschaftliches Zentrum Rheinhof, Salez wurde er schon nach dem Auftauchen von Wölfen im Kanton St. Gallen im Jahr 2012, mit der Aufgabe betraut, die Tierhalter im Umgang mit Wölfen zu betreuen.

Zwei Männer reissen Plastikbänder Hintergrund Wiese mit Schafen
Legende: Der Leiter Fachstelle Herdenschutz des Kantons St. Gallen, Sven Baumgartner (re), unterstützt die Tierhalter vor Ort mit Tipps und Material. SRF

Die Schaf- und Ziegenherden werden vorallem mit Zäunen geschützt. Diese sind 90 Zentimeter hoch und stehen unter Strom. «Es ist wichtig, dass die Bauern immer wieder kontrollieren, dass die Spannung bei 3000 Volt liegt», sagt Sven Baumgartner, Leiter Fachstelle Herdenschutz. So kann verhindert werden, dass der Wolf unter dem Zaun durch kriecht.

Mann misst Stromstärke am Zaun
Legende: SRF

Grosse Herden müssen oft auf verschiedene Weiden aufgeteilt werden. Diese müssen alle eingezäunt werden. Nach rund zwei Wochen werden die Weiden gewechselt und die Schutzzäune müssen erneut errichtet werden.

Schafherde auf der Weide
Legende: SRF

Die Zäune sollten zwei Mal im Tag kontrolliert werden. «Rehe drücken die Zäune häufig ein», so Baumgartner. Dadurch hätte der Wolf ein leichtes Spiel. Zudem werden die orangen Zäune neu mit blau-weissen Bändern ergänzt.

Tiere sind sozusagen farbenblind. Orange sehen sie nicht, blau schon.
Autor: Sven BaumgartnerLeiter Fachstelle Herdenschutz Kanton SG

Das Flattern der Bänder halte die Tiere zusätzlich ab. Und zwar Rehe und Wölfe.

Haag mit blauweissen und rotweissen Bändern
Legende: SRF

Um die Tierhalter zu warnen hat Sven Baumgartner ein Warnsystem entwickelt. Eine hinterlegte Datenbank sagt ihm, wer wo welche Tiere hält, wie sie gesichert sind und wo ein Wolf gesichtet wurde. Per SMS warnt er die Tierhalter bei einem Vorfall mit einem Wolf oder wenn ein Tier gesichtet wird.

SMS auf einem Handy welche vor einem Wolf warnt
Legende: SRF

Der Wolf wird selten gesehen. Oft sind es seine Spuren, die ihn verraten. Im Moment leben drei Wolfsrudel in der Ostschweiz. Die Zahl ist steigend.

Hand und Wolfsspur im Dreck
Legende: ZVG / Sven Baumgartner

Herdenschutzhunde werden im Kanton St. Gallen nur zurückhaltend eingesetzt. Zur Zeit sind rund 20 Tiere im Einsatz. «Die Haltung von Herdenschutzhunden ist aufwändig», so Baumgartner. Zudem sei die Toleranz in der Bevölkerung meist gering, wenn ein Schutzhund die ganze Nacht belle. Deshalb sind Hunde vorallem bei der Sömmerung auf den Alpen im Einsatz.

Herdenschutz beinhaltet einerseits die Beratung und Betreuung von Tierhaltern. Es ist aber auch viel Büroarbeit. Für Sven Baumgartner ist klar, dass es immer ein waches Auge braucht, damit wir gut mit dem Wolf leben können. «Wichtig ist, dass wir den Wolf nicht vergessen».

Fachstelle Herdenschutz, Landwirtschaftliches Zentrum Salez

  • Die Anlaufstelle in Salez wurde 2014 gegründet, nachdem 2012 im Gebiet des Calandas ein Wolfsrudel entstanden ist.
  • Die Anlaufstelle bietet betroffenen Tierhaltern Unterstützung.
  • Sven Baumgartner ist der Hauptverantwortliche. Er hat auch ein Warnsystem entwickelt.
  • Die Fachstelle bietet Vorträge und Informationsveranstaltungen an , Notfallsets für beschädigte Zäune und Beratungen für Bauern.
  • Salez arbeitet mit der nationalen Koordinationsstelle Herdenschutz AGRIDEA zusammen.

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr; kobk

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