Zum Inhalt springen
Inhalt

Ostschweiz Heute wird am Bodensee der Höchststand erwartet

Der Pegel des Bodensees steigt weiter an. Erst heute Montag wird nach den Unwettern vom Donnerstag am Bodensee der Höchststand erwartet. Es dürfte bei der zweithöchsten Gefahrenstufe bleiben. Grössere Schäden wurden bislang nicht gemeldet.

Legende: Video Hochwasserlage bleibt angespannt abspielen. Laufzeit 00:55 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 20.06.2016.

Die zuständigen Stellen der Ostschweizer Kantone beobachten die Hochwasser-Situation laufend. Für den Bodensee gilt seit Freitag die zweithöchste Gefahrenstufe 4. Der Pegel steigt immer noch kontinuierlich, aber langsamer als in den vergangenen Tagen. An einigen Orten ist das Wasser über das Ufer getreten. Bei den Flüssen entspannt sich die Situation weiter.

Weniger dramatisch als angenommen

Der Pegel in Romanshorn stand am Montagmorgen bei 397,334 Metern über Meer. Damit ist der Wasserstand zwei Zentimeter tiefer als noch am Samstag vorausgesagt und liegt noch sechs Zentimeter unterhalb der Grenze für die höchste Gefahrenstufe des Bundes. Ein Hochwasser dieser Grössenordnung wird alle zehn Jahre erwartet.

Gebäudeversicherung zahlt Schäden

Klar sei, so Marco Baumann vom Thurgauer Amt für Umwelt, dass der Bodensee die Schadengrenze bereits überschritten habe. Das bedeute, dass die Gebäudeversicherung die Hochwasserschäden der Hausbesitzer tragen müsse. Allerdings müssten die Eigentümer betroffener Liegenschaften genügende Schutzmassnahmen vorweisen können.

Die Gemeinden am Untersee, welche vom Jahrhunderthochwasser von 1999 stark betroffen waren, haben laut Baumann viel in den Schutz vor Hochwasser investiert, sodass keine grösseren Schäden an der Infrastruktur zu erwarten seien.

Viele haben Sandsäcke geholt und einen Maurer angestellt um die Hauseingänge zuzumauern.
Autor: Roger ForrerStadtpräsident Steckborn

In Steckborn am Untersee bereitet sich die Bevölkerung auf den steigenden Pegel vor, sagt Stadtpräsident Roger Forrer gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF noch am Wochenende. Die Situation sei aber nicht dramatisch.

Alpenrhein fliesst wieder im Bett

Vorläufig Entwarnung gibt Rheinbauleiter Daniel Dietsche, welcher für die Schweizer Seite des Alpenrheins zuständig ist. Der Rhein fliesse wieder in seinem gewohnten Bett. Im Vorland gebe es kein Wasser mehr. Nun würden Schwemmholz und Sand weggeräumt.

Auch Dietsche rechnete noch am Wochenende – trotz prognostizierten Regenfällen – nicht mit einer Verschärfung der Situation am Rhein. Bis der Rhein überlaufe, müsse es in der ganzen Region stark regnen, und das sei nicht zu erwarten. «Bäche im Einzugsgebiet können aber nochmals anschwellen», sagt Dietsche.

Der Bodensee ist naturbelassen

Marco Baumann, Amt für Umwelt im Kt. Thurgau: «Am Bodensee werden die Zu- und Abflüsse nicht reguliert. Das bedeutet, dass der Bodensee auf Niederschläge reagiert. Wenn viel Wasser hineinfliesst und unten wenig herausfliesst, steigen die Pegel.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Wuhrmann (Granddad)
    2. Bei der Konstanzer Brücke müsste kontrolliert werden, dann könnte auch im Winter noch ein besserer Rheinpegel erhalten werden. (Rheinfrachten) Dummerweise ist in der Thurgauer Kantonsverfassung noich ein Verbot jeglicher Regulierung, mit dem damals die Hochrheinschiffahrt hätte verhindert werden sollen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Wuhrmann (Granddad)
    1. Ein Wehr bei Stein am Rhein wäre ungünstig. Der Fehler wurde um 1960 begangen, als unter der Konstanzer Rheinbrücke die Reste der Mühlen gesprengt wurden. Seither rauscht das Wasser ungebremst in den Untersee und sorgt dort für Hochwasser. Und wegen des raschen Ablaufes haben wir am Obersee womöglich schon Mitte August knappe Wasserstände, so dass kleinere Häfen und Bojenfelder Probleme bekommen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Nochmals die einfache Frage: Warum reguliert man ausgerechnet diesen See nicht? Damit liessen sich mit Leichtigkeit extrem hohe und tiefe Wasserstände vermeiden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Bruno Vogt (b.vogt)
      Herr Dupont, wie wollen sie denn den Pegel des Bodensees regulieren? Schliesslich gibt es am oberen Rhein sonst keinen See mehr bei dem man Wasser 'zurückhalten' könnte, so wie man es an der Aare oder Reuss macht, die durch verschiedene Seen fliessen. Oder wollen sie das Rheintal bei Chur aufstauen, um so das Wasser zurückzuhalten?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Samuel Nogler (semi-arid)
      Die Abflussmengen müssen der Rheinsten Natur entsprechen, da darf nicht rheinreguliert werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Urs Dupont (udupont)
      Herr Vogt, ein Wehr bei Stein am Rhein würde genügen. Auf Grund von Messungen (Schneemenge), Statistiken und Wetterprognosen weiss man ziemlich genau und weit im voraus, wann Hoch- und Niedrigwasser drohen und könnte prophylaktisch Wasser ablassen oder zurückhalten, so wie es praktisch bei allen grösseren Seen gemacht wird. Da braucht es keinen Damm bei Chur. Klar, Herr Nogler, rheinste Natur, selbst wenn alle Dörfer rund um den Bodensee 2 m unter Wasser sind. Warum übrigens nur beim Bodensee?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen