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Das Auerhuhn ist die Hauptzielart im Waldreservat «Bruggerwald-Kronberg»
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Innerrhoder Waldreservat Eine gemütliche Stube für Auerhühner

Vor zehn Jahren wurde das Innerrhoder Waldreservatkonzept erlassen. Von diesem profitiert auch das gefährdete Auerhuhn.

Wanderer, die den kürzesten Weg von der Schwägalp auf den Kronberg wählen, durchqueren auf ihrer Wanderung den Bruggerwald. Dieser gehört zum Waldreservat «Bruggerwald-Kronberg», welches sich an einem von sechs Standorten befindet, an denen im Kanton Appenzell Innerrhoden 2009 Waldreservate definiert wurden.

Das Ziel der Waldreservate ist es unter anderem, den Naturwald zu schützen und diesen langfristig zu erhalten. So wird beispielsweise der Wald im Gebiet «Chollöchli», welches Teil des Waldreservats «Bruggerwald-Kronberg» ist, während 50 Jahren sich selbst überlassen; die Eigentümer erhalten im Gegenzug eine Entschädigung für Ertragsausfälle, da sie auf die Bewirtschaftung des Waldes verzichten.

Förderung der Biodiversität

Da der Wald beim «Chollöchli» nicht erschlossen und schon früher nur wenig genutzt worden sei, verändere sich dort durch die Einsetzung des Waldreservats kaum etwas, sagt Martin Attenberger vom Oberforstamt Appenzell. In den anderen Teilen des Reservats «Bruggerwald-Kronberg» könne man dank des Reservatvertrages mit den Waldeigentümern das Gebiet «in eine Richtung pflegen, so dass die Biodiversität gefördert wird.»

Voraussetzungen für Waldreservate

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Gemäss dem Konzept «Waldreservate Schweiz» und den kantonalen Gesetzesgrundlagen müssen Waldreservate eines der folgenden Einzelziele erfüllen:

  • Erhalten und Fördern seltener Waldgesellschaften
  • Erhalten und Fördern typisch ausgebildeter, verbreiteter Waldgesellschaften und regionaltypischer Komplexe
  • Zulassen aller Waldentwicklungsphasen, vor allem Jugend-, Alters- und Zerfallphasen
  • Erhalten und Fördern bedrohter Pflanzen und Tierarten sowie ihrer Lebensräume
  • Erhalten von alten Bewirtschaftungsformen
  • Waldbauliche und naturwissenschaftliche Forschung und Umweltbeobachtung
  • Zulassen von Wildnis und natürlichen Abläufen
  • Ökologischer Ausgleich und Vernetzung in einer intensiv genutzten Kulturlandschaft
  • Beitragen zum Schutz und zur Entwicklung von Landschaften

Beispielsweise werde die Waldstruktur in den Sonderwaldreservaten dahingehend optimiert, dass mehr Licht auf den Boden fällt und sich somit die Bodenvegetation verbessert. Wildtiere würden somit von einem grösseren Nahrungsangebot profitieren, sagt Attenberger.

Hauptzielart Auerhuhn

Das Gebiet auf der Südseite des Kronbergs ist ein Lebensraum für Auerhühner. Diese seien die Hauptzielart im Waldreservat «Bruggerwald-Kronberg», sagt Forstingenieur Attenberger. Ob die Massnahmen, welche seit der Festlegung des Reservats getroffen wurden, schon Wirkung zeigen, sei jedoch noch nicht klar. Ein entsprechendes Kontrollmonitoring soll ab nächstem Jahr stattfinden.

Erfahrungen in den Nachbarkantonen, insbesondere im Kanton St. Gallen, hätten jedoch gezeigt, dass eine gezielte Waldnutzung Auswirkungen auf die Auerhuhn-Population hat. Gemäss den letzten Schätzungen von 2001 leben am östlichen Alpennordrand noch rund 115 Auerhähne. Zu diesen zählen auch die Tiere im Appenzell Innerrhoden.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Die Anzahl der Auerhühner in der Schweiz nimmt seit Jahrzehnten ab. Gab es in den Gebirgswäldern der Schweiz vor 40 Jahren noch über 1100 Auerhähne, sind es heute nur noch 450-500. Tendenz: sinkend.Ursachen für diese Entwicklung sind Veränderungen des Lebensraums sowie Störung durch den Menschen.Schön, dass Wald im Gebiet Chollöchli, welches Teil des Waldreservats dem Aerhuhn Schutz bietet und zu schützen versucht. Wir sollten uns alle einsetzen unsere Artenvielfalt vor dem Aussterben zu retten.
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