Kein Steuerabzug für eigene Kinderbetreuung im Thurgau

Familien, die ihre Kinder selber betreuen, können auch in Zukunft bei den Steuern nichts abziehen. Der Grosse Rat lehnte den Familienabzug am Mittwoch nach kontroverser Debatte mit 62 zu 50 Stimmen ab. Der Kanton und die Gemeinden hätten durch den Familienabzug 12 Millionen Franken eingebüsst.

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Bildlegende: Die Motion für den Familienabzug wurde 2011 von Kantonsräten von CVP, GLP, Grünen, SVP, EVP und EDU eingereicht. Keystone

Eine Sprecherin der Thurgauer SP-Fraktion kritisierte, arme Familien, die gar kein Einkommen versteuern könnten, profitierten nicht vom Familienabzug, sondern nur finanziell gut gestellte Familien. Andere Votanten argumentierten, die angespannte finanzielle Lage des Kantons lasse den Familienabzug nicht zu.

Die Befürworter der Vorlage fanden, man müsse auch Anreize für die traditionelle Familie schaffen, «in der Kinder von ihren Eltern betreut werden», wie es SVP-Kantonsrat Hanspeter Gantenbein formulierte.

Regierungspräsident und Finanzchef Bernhard Koch (CVP) sagte, seit der Erheblicherklärung der «Familienabzug»-Motion vor über zwei Jahren habe sich die finanzielle Situation des Thurgaus verschärft. Hinzu komme, dass Familien im Vergleich zu Alleinstehenden bei den jüngsten Steuergesetzrevisionen weit mehr profitiert hätten.

Schliesslich obsiegten die Kritiker des heftig umstrittenen Familienabzugs gegen die Verfechter der traditionellen Familie.

28'000 Thurgauer Familien hätten von diesem Sozialabzug profitiert.