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Legende: Audio «Der Bericht zeigt, dass damals eine andere rechtliche Realität herrschte», Regierungsrat Martin Klöti abspielen. Laufzeit 04:06 Minuten.
04:06 min, aus Regionaljournal Ostschweiz vom 28.01.2019.
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Kinder aus Sri Lanka St. Gallen nimmt illegale Adoptionen unter die Lupe

In den 1980er-Jahren sollen über 700 Kinder aus Sri Lanka zum Teil illegal in der Schweiz adoptiert worden sein. Beteiligt war eine Adoptionsvermittlung aus Bollingen (heute Gemeinde Rapperswil-Jona) im Kanton St. Gallen.

Der Kanton St. Gallen hat nun dazu einen 74-seitigen Bericht veröffentlicht. Dieser soll helfen, die umstrittenen Auslandadoptionen aufzuarbeiten, wie es in einer Mitteilung des Kantons St. Gallen heisst. Der Kanton wolle Betroffene bei der Ermittlung der korrekten Angaben ihrer leiblichen Eltern unterstützen.

Säuglinge geraubt

Aus Spitälern und Heimen sollen Säuglinge gestohlen worden sein. Mütter wurden genötigt, ihr Neugeborenes wegzugeben. In manchen Fällen wurde Mädchen und Frauen Geld versprochen. Agenten und Vermittlerinnen hätten die kleinen Kinder in «Baby-Farmen» zur Adoption angeboten, heisst es im Bericht.

IG kritisiert Haltung der Regierung

, Link öffnet in einem neuen FensterDie Interessensgemeinschaft «Back To The Roots», eine IG für Adoptierte aus Sri Lanka in der Schweiz, begrüsst den Bericht des Kantons St. Gallen. «Die zaghafte Einschätzung der St. Galler Regierung überrascht uns jedoch», sagt Ursula Berset von der IG «Back To The Roots» im Interview mit Radio SRF. Sie kritisiert, dass sich der Inhalt des Berichts nicht mit der Stellungnahme der St. Galler Regierung deckt. Diese hat sich am Montag zum ersten Mal zum Bericht geäussert., Link öffnet in einem neuen Fenster

Auch sollen Frauen angeheuert worden sein, sich vor Gericht unter Angabe einer falschen Identität als leibliche Mutter auszugeben. Solche «Acting mothers» sollen Kinder den zukünftigen Eltern übergeben und den Adoptionen zugestimmt haben.

Hinweise untersucht

Die beteiligte Fürsorgerin, die unterdessen verstorben ist, hatte während fast 50 Jahren mit behördlicher Bewilligung Adoptionen vermittelt. Dabei soll es auch immer wieder illegale Adoptionen gegeben haben.

Bereits in den 1980er-Jahren kamen Zweifel an der Korrektheit der Verfahren auf. Kritische Hinweise seien damals von den zuständigen kantonalen Stellen untersucht worden, hätten aber nie zu dauerhaften Konsequenzen geführt, schreibt der Kanton. Den Aufsichtsbehörden könne «im damaligen rechtlichen und gesellschaftlichen Kontext kein rechtswidriges Verhalten vorgeworfen werden».

Betroffene können sich beim Amt für Soziales des Kantons St. Gallen, Link öffnet in einem neuen Fenster melden.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Dafür haben diese Kinder eine "behütete Kindheit in einer friedlichen Umgebung" und auch eine Zukunft!
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Problem: werden die Eltern der Kinder gefunden und diese zusammengefuehrt kann es sein, das bestehende tolle Familien auseinander gerissen werden was mehr Schaden anrichten koennte ... Alles in Allem, eine verzwickte Situation fuer die Adoptiveltern das adoptierte Kind und die richtigen Eltern... Das zu loesen, das Richtige zu tun.... Die daran arbeiten.. die beneide ich nicht!
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    1. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Daran arbeiten vor allem die Adoptivkinder, die mittlerweile längst erwachsen sind, und ihre wirklichen Mütter kennenlernen wollen. Hier geht es um Adoptionen in den 80er Jahren.
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Bis zu 11 000 Kinder wurden in den 1980er Jahren mit gefälschten Identitäten aus Sri Lanka zur Adoption freigegeben. Die Regierung will eine DNA-Bank erstellen, um Kinder und biologische Eltern zusammenzuführen.Die Existenz sogenannter Baby-Farmen, auf denen Kinder in prekären Bedingungen bis zur Adoption gehalten worden sein sollen ist grausamer Fakt. Fragen: Was ist aus den Kindern dieses lukrativen Kinderhandel geworden? Bezahlen für gestohlene Kinder? Gute Adoptiveltern gefunden? Indentität?
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    1. Antwort von Peter Aufdermauer  (Peter Aufdermauer)
      Nicht nur Kinder wurden mit falschen Identitäten Einlass gegeben sondern auch für sehr viele Erwachsene aus Sri Lanka, die zum Schutz all ihre Dokumente vernichteten um der Verfolgung zu entkommen.
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