Kraftwerk «Linthal 2015» ist am Netz

Seit Freitagmorgen speist das Pumpspeicherkraftwerk «Linthal 2015» nach sechsjähriger Bauzeit Strom ins Schweizer Netz. Bereits steht aber fest: «Linthal 2015» wird für die Axpo ein Verlustgeschäft. Der Konzern hat heute bereits einen Abschreiber von einer Milliarde Franken bekanntgeben müssen.

Der Bau ist ein Superlativ: Auf 2500 Metern über Meer steht die inzwischen längste Staumauer der Schweiz. Mit einer Länge von mehr als einem Kilometer staut sie das Volumen des Muttsees von bisher 9 auf neu 25 Millionen Kubikmeter Wasser auf. Dieses Wasser kann durch zwei Druckstollen in den tieferliegenden Limmernsee geleitet werden. Dabei wird das Wasser turbiniert, es entsteht Strom (Leistung insgesamt: 1480 Megawatt).

Unrentables Grossprojekt

Das Bauwerk «Linthal 2015», an dem die Axpo und die Kraftwerke Linth-Limmern beteiligt sind, kostete rund 2,1 Milliarden Franken. Geplant wurde es zu einer Zeit, als man noch mit höheren Strompreisen rechnete. Inzwischen sind die Preise im Keller. Grund: der hoch subventionierte Ökostrom aus Deutschland. Die Kraftwerksbetreiber rechnen deshalb mit einem Verlustgeschäft. Rolf Widmer, Finanzdirektor des Kantons Glarus, geht davon aus, dass der Kanton bis fünf Millionen Franken pro Jahr drauflegen muss. Allerdings betont Widmer auch, dass die Amortisation eines Grossprojekts auf Jahrzehnte angelegt ist, also nicht damit gerechnet werden kann, dass bereits im ersten Betriebsjahr ein Gewinn eingefahren wird.

Turbinentests bis Mitte 2016

In den kommenden Tagen werden nun die Turbinen getestet – «Wassertaufe», wie dies im Jargon heisst. Dies schreibt das Bundesamt für Energie so vor. Frühestens Mitte 2016 können dann die Turbinen ans Netz gehen, mit einer ersten Volllast ist aber frühestens ab 2017 zu rechnen.