«Mobility Pricing darf keine Pendlerstrafe werden»

In Spitzenzeiten fahren täglich mehr Autos über den Seedamm von Rapperswill-Jona als durch den Gotthard-Tunnel. Nun soll ein neues Tarifsystem die Verkehrsprobleme lösen. Dank Mobility Pricing sollen im Morgen- und Feierabendverkehr weniger Autos und weniger Menschen in den Zügen unterwegs sein.

Mobility Pricing soll Rapperswil-Jona vor dem Verkehrskollaps retten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mobility Pricing soll Rapperswil-Jona vor dem Verkehrskollaps retten. Keystone

Das Zentrum von Rapperswil-Jona liegt direkt am Seedamm. Bis zu 28‘000 Autos und Lastwagen fahren pro Tag über diesen Damm, der das St. Galler Linthgebiet mit dem benachbarten Kanton Schwyz verbindet. Der zuständige Stadtrat Thomas Furrer will mit dem Mobility Pricing den Durchgangsverkehr ins Visier nehmen: «Wer zu Spitzenzeiten auf stark frequentierten Routen fährt, muss mehr bezahlen. Das wird den Verkehr umlenken.» Das neue Tarifsystem kommt aus dem Bundesamt von Verkehrsministerin Doris Leuthard.

Stosszeiten entschärfen

Mobility Pricing soll am Morgen und Abend - also zu den Pendlerzeiten - zu mehr Platz im Zug und zu weniger Staus auf den Strassen führen. Getestet werden soll das neue System in Genf, im Tessin, im Grossraum Bern und auch in Rapperswil-Jona.

Und hier hält sich die Begeisterung in der Bevölkerung in engen Grenzen: «Ich bin dagegen, dass die Pendler geschröpft werden», so denken viele in Rapperswil-Jona. Dieser Meinung ist auch die örtliche SVP. Für den Präsidenten Kurt Kälin ist klar: «Mobility Pricing wird das Nadelöhr Rapperswil-Jona nicht entlasten können.»

Die Frage, ob Mobility Pricing ein taugliches Instrument ist, um die Spitzen im ÖV und auf der Strasse zu brechen, soll unter anderen auch das Pilotprojekt in Rapperswil-Jona klären. Der Bund will die Tests im Jahr 2019 mit einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren starten.

SRF1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr