Moschee-Schütze zeigte sich nach der Tat erleichtert

Vergangenen Freitag erschoss ein albanischstämmiger Mann in einer Moschee in St. Gallen-Winkeln einen 51jährigen Familienvater. Mittlerweilen gibt es klare Hinweise für einen Ehrenmord.

Betende in der El-Hidaje-Moschee Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In diesem Gebetsraum der El-Hidaje-Moschee in St. Gallen-Winkeln wurde der 51jährige Familienvater erschossen. SRF

«Jetzt habe ich meinen Auftrag ausgeführt», mit diesen Worten kommentierte der Mann, der vergangenen Freitag in einer Moschee in St. Gallen-Winkeln einen 51jährigen erschossen hatte, seine Tat. Und: Er fühle sich erleichtert. Die 40 bis 50 Betenden erlebten den Rachefeldzug aus nächster Nähe. Der in der Moschee unbekannte Mann trat von hinten an den betenden Familienvater und richtete ihn regelrecht hin. Erst mit einem Kopfschuss, dann mit weiteren Schüssen in den Körper des Opfers. Diese Details gaben am Donnerstagnachmittag Vertreter der El-Hidaje-Moschee sowie Hisham Maizar, Präsident der islamischen Dachverbände FIDS Schweiz und DIGO vor Medienvertretern bekannt.

Blutrache bleibt ein Problem

Maizar verwies im Zusammenhang mit der Bluttat auf den in Teilen Albaniens noch immer verbreitenden Brauch des «Canun», also der Blutrache. Demnach werden Verbrechen, insbesondere Morde mit sogenannten Ehrenmorden bestraft. Migranten hätten den «Canun» auch in die Schweiz gebracht. Man versuche deshalb, die Leute von solcher Selbstjustiz abzubringen, erklärte Hisham Maizar. Diese Bemühungen werde man in Zukunft noch intensivieren.

Tödliche Messerstecherei

Grund für den Mord am vergangenen Freitag dürfte eine Messerstecherei zwischen drei Kosovo-Albanern 1997 in Walenstadt sein: Dabei wurde der Bruder des Todeschützen vom Freitag erstochen. Täter war damals das Opfer vom vergangenen Freitag.