«Räuchle»: Ein alter Appenzeller Brauch wird gelebt

Böse Geister vertreiben und gleichzeitig Haus und Hof segnen. «Räuchle» ist ein alter Appenzeller Brauch, bei dem zur Weihnachtszeit der Weihrauch mit einer Pfanne in jedes Zimmer und in den Stall getragen wird, um dort alles zu reinigen. Auch Niklaus Dobler aus Brüllisau «räuchlet» jedes Jahr.

Bauer Niklaus Dobler segnet mit dem Weihrauch aus seiner «Räuchlipfanne» Haus und Hof. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bauer Niklaus Dobler segnet mit dem Weihrauch aus seiner «Räuchlipfanne» Haus und Hof. SRF

Echte Weihnachtsstimmung kommt in Appenzell Innerrhoden erst auf, wenn blaue Weihrauchwölklein durchs ganze Haus ziehen und überall einen herrlichen Duft verbreiten. Auch auf dem Hof der Familie Dobler in Brüllisau ist das so. «Es ist eine Segnung von Haus und Hof, die ich von meinem Vater übernommen habe und er von seinem Vater», sagt Bauer Niklaus Dobler.

Mit der Pfanne vom Kachelofen

Auf dem Land wird mit der Räuchlipfanne «gräuchlet». In eine alte Pfanne gibt man nebst Holzkohle und Weihrauch noch «Palmstüdeli» hinzu. Diese wurden am Palmsonntag nach Hause gebracht und früher zum Schutze vor bösen Geistern in den Hergottswinkel und in den Estrich gehängt.

Am Heiligen Abend, zur Zeit des Einnachtens, (das ist bei den Bauern die Zeit zwischen Füttern und Melken) geht der Vater mit der qualmenden Räuchlipfanne, aus der beim Schwenken ein dichter duftender Rauch steigt, durch alle Räume des Hauses und durch den Stall.