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Legende: Audio «Mir hat es den Boden unter den Füssen weggezogen» abspielen. Laufzeit 06:56 Minuten.
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 30.01.2019.
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Sri-Lanka-Adoptionen «Mein Name geht vergessen, meine Geschichte nicht»

Sie ist eine von rund 700: Die 37-jährige St. Gallerin Tamara Kramer wurde wie hunderte andere Kinder in den 1980er-Jahren höchstwahrscheinlich illegal aus Sri Lanka in der Schweiz adoptiert. Diese «Sri-Lanka-Adoptionen» waren in den letzten Tagen und Wochen in den Medien ein grosses Thema – nicht zuletzt, weil der Kanton St. Gallen Anfang dieser Woche einen Bericht, Link öffnet in einem neuen Fenster dazu veröffentlichte.

Das zog mir den Boden unter den Füssen weg.
Autor: Tamara KramerAdoptierte aus Sri Lanka

Im Bericht werden einerseits die Machenschaften einer Fürsorgerin aus Bollingen im Kanton St. Gallen aufgearbeitet, die bei der Vermittlung von Kindern aus Sri Lanka an Adoptiv-Eltern in der Schweiz federführend war. Andererseits wurde die Rolle der St. Galler Behörden unter die Lupe genommen. Die Fürsorgerin starb 1997. Der Bericht stellt den St. Galler Behörden von damals kein gutes Zeugnis aus.

Als direkt Betroffene sagt Tamara Kramer: «Ich bin wütend auf die Behörden von damals und die Behörden von heute.» Erst vor rund einem Jahr hat Tamara Kramer erfahren, dass sie wahrscheinlich illegal zur Adoption freigegeben wurde. «Das zog mir den Boden unter den Füssen weg», sagt die 37-Jährige. Auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter ist sie unter anderem auch nach Sri Lanka gereist – jedoch ohne Erfolg.

Legende: Video Illegaler Babyschmuggel aus Sri Lanka in die Schweiz abspielen. Laufzeit 05:02 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 29.01.2019.

Bis heute weiss Tamara Kramer nicht, wer ihre leibliche Mutter ist. Die Suche nach ihr will sie aber nicht aufgeben. Auf die Frage, weshalb sie mit ihrem Namen und Gesicht hinsteht und auf das Schicksal von ihr und hundert anderen aufmerksam macht, sagt sie: «Mir ist es nicht wichtig, dass mein Name im Vordergrund steht, sondern, dass die Geschichte im Vordergrund steht. Mein Name geht vergessen, die Geschichte nicht.»

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz und Graubünden, 12:03 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Koh Nie  (Koni11)
    Alle anderen reisen mit ihrem Trauma zurück in den sicheren Hafen. Wohin fliessen eigentlich all die Spendengelder für "Back to the roots", sicherlich nicht zu den roots.
    Ich will mich gar nicht über die persönlichen Schicksale lustig machen, aber dass hier Gelder fliessen, die keiner hinterfragt, ist schon fast Sri Lankisch!
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  • Kommentar von Koh Nie  (Koni11)
    Im Moment ist es hipp ein Sri Lankisches Opfer(waisenkind) zu sein. Ich verstehe all die Fragen sehr gut, doch alles andere ist ein Gejammer auf hohem Niveau.
    Welche oder welcher dieser Waisen setzt sich heute für ihre verlorene Heimat Sri Lanka ein. Mal Ferien hier machen und dann zurück in die ach so vom Schicksal auserwählte Zwangsheimat Schweiz. Ich lebe seit 12 Jahren in Sri Lanka, habe inzwischen einige dieser Waisenopfer kennen gelernt und nur eine setzt sich wirklich in Sri Lanka ein.
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Frau Kramer, Nehmen Sie an... es kann nicht geaendert werden und ob Ihre leibliche Mutter Sie ueberhaupt sehen moechte oder kann ist fraglich.. Sie sollten sich selber und anderen nicht noch mehr Schmerzen zufuegen... Lassen Sie es ruhen... sie haben Adoptiveltern und ich hoffe, Sie hatten es gut mit ihnen. Sie haben einen Boden unter Ihren Fuessen.. den Boden der Ihre Persoenlichkeit war, so einen Boden kann man doch nicht einfach vergessen. Alles Gute in Gegenwart und Zukunft , FN
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