St. Galler Geothermieprojekt: Jetzt wirds heiss

Die Bohrungen für das St. Galler Geothermie-Projekt kommen voran. In einer Tiefe von 4000 Metern wird derzeit diejenige Schicht angebohrt, in der heisses Wasser vermutet wird. Fragt sich, ob dieses Wasser für den Bau eines Kraftwerks reicht oder nicht.

Seit Anfang März laufen die Bohrarbeiten für das St. Galler Geothermie-Projekt. Der zuständige St. Galler Stadtrat Fredy Brunner ist mit den Arbeiten zufrieden. Kleinere Schreckensmomente habe es zwar gegeben, erklärt er gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von SRF1. «Aber im Grossen und Ganzen sind wir sehr zufrieden.»

Projekt mit internationaler Beachtung

In den kommenden Wochen wird in 4000 Metern Tiefe diejenige Schicht durchbohrt, in der heisses Wasser vermutet wird. Bis Ende Juli dürfte klar sein, ob es für den Bau eines Geothermie-Kraftwerks tatsächlich genügend heisses Wasser hat.

Die Stadt St. Gallen will damit im Idealfall bis zu 20 000 Haushalte heizen. Zudem könnte das heisse Wasser zur Stromerzeugung verwendet werden. Das St. Galler Geothermie-Projekt hat internationale Beachtung. Es gibt nur wenige Kraftwerke, die ähnlich tief gehen, um das heisse Wasser nutzen zu können. «Weil St. Gallen hier in der Planung und Durchführung neues Terrain beschreitet, ist die Aufmerksamkeit auch auf internationalem Niveau entsprechend hoch»,sagt Thomas Driesner, Geologe an der ETH Zürich.