St. Galler Kantischüler dürfen bald länger schlafen

Länger schlafen dürfen die Schüler der Kanti am Burggraben. Nach den Sommerferien wird der Schulbeginn 20 Minuten nach hinten verschoben. Das Kantonsparlament hat einen entsprechenden Vorstoss vor einem halben Jahr abgelehnt. Der Rat wollte den späteren Schulbeginn nicht vorschreiben.

Eine Schülerin streckt auf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Späterer Schulbeginn=leistungsfähigere Schüler: Zu diesem Schluss kommt eine Studie. Keystone

Der Anstoss für den späteren Schulbeginn kam aus einer Arbeitsgruppe. Sie hätten gewusst, dass andere Schulen auch erst später beginnen würden, so eine Vertreterin der Schülerschaft. Aber auch Lehrer und vor allem der Schularzt hätten sich für das Anliegen eingesetzt, da die Konzentration der Schüler morgens um 7.35 Uhr oft nicht so hoch sei.

Den Rhythmus der Jugend übernehmen

Nicht nur viele Schlafforscher empfehlen, die erste Schulstunde später anzusetzen, damit die Kinder genügend Schlaf erhalten, auch die Schulleitung der Kantonsschule am Burggraben begrüsst die Verschiebung.

Ein späterer Schulbeginn entspreche eher dem Lebens-, Arbeits- und Schlafrhythmus von Gymnasiasten, sagt Marc König, Rektor der Kantonsschule am Burggraben.

An den fünf Unterrichts-Stunden am Morgen ändere sich nichts. Die fehlende Zeit werde durch verkürzte Pausen und eine etwas später angesetzte Mittagspause kompensiert. Auch die Kantonsschule am Brühl, wo einige Lehrer des Burggrabens ebenfalls unterrichten, führt laut König nach den Sommerferien den späteren Schulbeginn ein.

Politik sagte Nein

Untersuchungen hätten gezeigt, dass die innere Uhr von Teenagern anders als bei Erwachsenen ticke, hatte BDP-Kantonsrat Richard Ammann Anfang Jahr in seinem Vorstoss argumentiert. Regierung und auch das Parlament lehnten den Vorstoss ab. Sie wollten den späteren Schulbeginn den Schulen nicht vorschreiben.