Zum Inhalt springen
Inhalt

Umstrittene Nebenbeschäftigung Wenn der HSG-Rektor sein Sackgeld aufbessert

Die bekannte Wirtschafts-Hochschule wird für ihren Umgang mit Nebenbeschäftigungen und Spesen der Professorinnen und Professoren kritisiert. Die Universität überprüft nun ihre Reglemente.

Legende: Audio Transparenz: Die HSG steht unter Druck abspielen. Laufzeit 02:13 Minuten.
02:13 min, aus HeuteMorgen vom 28.11.2018.

Es geht vor allem um Nebenbeschäftigungsmandate, aber auch um Spesenbezüge. In diesem Frühsommer musste die Universität St. Gallen gegen drei Mitarbeitende ein Disziplinarverfahren wegen «allfälliger Unregelmässigkeiten bei Spesenbezügen» einleiten.

Gleichzeitig kassierten die Jungfrau Bahnen eine Rüge von der Finanzmarktaufsicht wegen Marktmanipulation bei den Aktien; die Jungfrau Bahnen werden von HSG-Rektor Thomas Bieger als Verwaltungsrat präsidiert.

Der Ruf der renommierten Wirtschaftsuniversität ist seither angekratzt.

Aus der Politik wird auch kritisiert, dass Bieger mit seinen Nebenbeschäftigungen Geld verdient. Letztes Jahr hat er als VR-Präsident der Jungfraubahnen gut 160'000 Franken bekommen. So steht es im Geschäftsbericht. Sein Lohn als Rektor der HSG beträgt 335'000 Franken.

Parlament fordert Überprüfung

Deshalb fordern im St. Galler Kantonsparlament die Fraktionen von FDP, CVP, GLP und SP jetzt eine unabhängige Überprüfung aller Nebenbeschäftigungen. Für SP-Kantonsrat Max Lemmenmeier ist klar, dass die Universität handeln muss. «Es mangelt an Transparenz, weil nicht klar ist in welchem Umfang diese Nebenbeschäftigungen bewilligt worden sind.»

Es mangelt an Transparenz.
Autor: Max LemmenmeierKantonsrat SP

Zudem sei unklar, wer persönlich wieviel verdient. «All das müsste eigentlich kontrolliert und auch entsprechend aufgearbeitet werden.» Mehr Transparenz punkto Nebenbeschäftigungen fordert nun auch die St. Galler Regierung. Bildungsdirektor Stephan Kölliker will die Revision des Universitätsgesetzes vorantreiben. Bereits jetzt ist klar, dass der Rektor künftig keinen Nebenbeschäftigungen mehr nachgehen darf.

HSG verteidigt Vorgehen

Nebenbeschäftigungen seien kein Problem findet hingegen Kuno Schedler, Prorektor der HSG. Transparenz sei schon heute gewährleistet. «Wir legen offen, wo wir tätig sind.»

Wir legen offen, wo wir tätig sind.
Autor: Kuno SchedlerProrektor Uni St. Gallen

Zudem gebe es Richtlinien, die regeln, wie gross die Pensen der Nebenbeschäftigung sein dürfen. Mit diesen Vorschriften könne sichergestellt werden, «dass wir keinen Interessenskonflikt haben, dass wir die Unabhängigkeit wahren können und dass unsere Professorinnen und Professoren immer noch genug Zeit für ihren Job haben.»

SP St. Gallen will Antworten

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Die SP-Fraktion im St. Galler Kantonsrat hat die Budgetdebatte zum Anlass genommen, im Zusammenhang mit dem Sonderkredit 2019-2022 der Universität kritische Fragen zur Spesenaffäre zu stellen. Die Partei forderte eine Klärung und eine Offenlegung des Untersuchungsberichts.

Die Universität St.Gallen nimmt die aktuelle Debatte um die Nebenbeschäftigungen und Spesen sehr ernst. Die HSG arbeite derzeit intensiv an einer Überprüfung und Überarbeitung der geltenden Regelungen sowie an Möglichkeiten, die bereits heute ausgewiesenen Nebenbeschäftigungen ihrer Dozierenden noch transparenter zu machen, teilt die Universität mit.

Trotzdem wird es auf politischer Ebene weitere Schritte geben. Die St. Galler Regierung überarbeitet das Universitätsgesetz und das Kantonsparlament wird darüber diskutieren, wie viel Transparenz die Universität herstellen muss.

Legende: Video Aus dem Archiv: Mehr Transparenz für St. Galler Professoren abspielen. Laufzeit 04:45 Minuten.
Aus 10vor10 vom 13.11.2018.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

33 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Klein (HansKlein)
    Vorsicht! Sarkasmus!! Also, da scheint die HSG mit ihrem Rektor die Studierenden doch perfekt auf das Wirtschaftsleben vorzubereiten: "Nimm alles mit, was Du kriegen kannst, auch wenn es amoralisch ist oder sogar rechtlich bereits fragwürdig! Sonst wird nie etwas aus Dir – schon gar kein hochtrabender Herr Professor!" Ich würde sagen, die HSG macht ihre Sache also hervorragend!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Des weitern war er 2010 - 14 Präsident der Global Alliance in Management Education (CEMS). Aktuell ist er Mitglied des Advisory Boards von European Quality Improvement System und European Council von Association to Advance Collegiate Schools of Business sowie Präsident des SBB Forschungsfonds und der Kammer universitärer Hochschulen in Swissuniversities. Ich Frage mich wieviele Stunden hat ein Tag von Herr Bieger.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Begier ist ja nicht nur Im VR der Jungfraubahnen, weitere Mandate in Stiftungs- und Verwaltungsräten seit 1996 bei Migros Ostschweiz, Roland Berger International Consultants, Internationalen Tourismus Symposium in Zermatt, Swiss Luftfahrtstiftung, Olma-Messen, Rigi-Bahnen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen