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«Aus Seen kann viel Wärmeenergie gewonnen werden», sagt Studienautor Martin Schmid
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 07.10.2019.
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Wärmeenergie aus Wasser Bodensee könnte Wohnraum für fünf Millionen Menschen heizen

Grosse und tiefe Seen wie der Walensee oder der Bodensee wären für die Gewinnung von Wärmeenergie geeignet.

Für die meisten grösseren Gewässer ist das Potenzial für Wärmeentnahmen deutlich grösser, als der lokale Wärmebedarf in den umliegenden Städten und Gemeinden für Heizungen oder Prozesswärme. Dieser Meinung ist Martin Schmid, Umweltnaturwissenschafter ETH, welcher eine Studie zur Wärmenutzung von Schweizer Gewässern verfasst hat. Limiten würden eher technische und wirtschaftliche Aspekte setzen.

Zwei Quadratkilometer Seefläche reichen für 10'000 Personen.
Autor: Martin SchmidUmweltnaturwissenschafter ETH

Mit Wasserwärme aus dem Bodensee könnte laut Schmid Wohnraum für fünf Millionen Personen geheizt werden.

Im Hotel Badrutts' Palace seit 13 Jahren Alltag

Erste Beispiele für die Nutzung von Wasserwärme gibt es schon am St. Moritzersee. Dort gewinnt das Hotel Badrutts' Palace seit 13 Jahren jährlich 4700 Megawattstunden Energie aus dem Seewasser. Am Bodensee wird das Wasser bereits in 20 Anlagen zur Wärmegewinnung genutzt. Die ersten Anlagen wurden dort in den 1930er-Jahren gebaut. Das neuste Beispiel ist die Kantonsschule Romanshorn und eine dort benachbarte Wohnsiedlung.

So funktioniert die Wärmenutzung

  • Das Seewasser wird aus 20 Meter Tiefe heraufgepumpt.
  • In einem Wärmetauscher wird dem Wasser die Energie entzogen.
  • Das abgekühlte Seewasser wird in den See zurück geleitet.
  • Auch in kaltem Seewasser steckt gemäss Studie viel Energie.

Vorbehalte und Vorteile

Solange die Temperaturveränderungen im Bereich von wenigen Zehntel Grad liegen, sind für die Seen im allgemeinen keine ökologischen Folgen zu erwarten, betont der Umweltnaturwissenschafter Martin Schmid. Durch Wärmeentnahmen würden die Seen abgekühlt. «Damit kann allenfalls sogar etwas der deutlich grösseren Erwärmung auf Grund des Klimawandels entgegen gewirkt werden», bilanziert Schmid.

Aus gewässerökologischer Sicht müsse die Gewässerschutzverordnung eingehalten werden.

Gewässerschutzverordnung

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Diese sagt aus, dass:

  • die natürlichen Temperaturverhältnisse nicht nachteilig verändert werden dürfen.
  • die Nährstoffverteilung nicht nachteilig verändert werden darf.
  • insbesondere im Uferbereich, die Lebens- und Fortpflanzungsbedingungen für Organismen nicht nachteilig verändert werden dürfen.

Zudem sollten Schutzgebiete durch den Leitungsbau nicht beeinträchtigt werden.

Daneben gibt es laut Schmid eine ganze Menge technische und sozioökonomische Aspekte, die berücksichtigt werden müssen.

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr; brem/kobk

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Willy Boller  (Willy Boller)
    Absolut super Redaktion Regionaljournal Ostschweiz. Ein Bericht über die Wärme aus dem Bodensee und das Titelbild vom Walensee! Laut lachen erlaubt?
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    1. Antwort von Ihr Kommentar (SRF)
      @Willy Boller: Hoppla, da ist uns der Walensee doch glatt aus dem «Lead» gerutscht. Merci für den Hinweis, wir haben das angepasst (Grosse und tiefe Seen wie der Walensee oder der Bodensee wären für die Gewinnung von Wärmeenergie geeignet.) So stimmts! Herzliche Grüsse und gute Nacht, Ihre SRF News Redaktion
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  • Kommentar von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    Und wo sind denn nun die erwähnten technischen und wirtschaftlichen Limiten?
    Jedenfalls wäre das eine sehr gute, ökologische und lanschaftsschonende Lösung um von den fossilen Brennstoffen wegzukommen, ohne Selbstkasteiung. Okay, braucht natürlich auch wieder mehr Strom wie alle Wärmepumpen. So lansam müsste da die Politik in Bern mal aktiv werden und die ES2050 anpassen: mehr Strom für weniger fossile Brennstoffe/Gesamtenergieverbrauch.
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  • Kommentar von Paul Grunder  (Zimmermeister)
    Das Bundeshaus und die Häuser der Bundesverwaltung in Bern könnte man mit Wasserwärme aus der Aare heizen, das nun nicht mehr zur Kühlung des AKW Mühleberg benutzt wird, und das Regierungsgebäude in Herisau sowie das Amt für Umwelt an der Kasernenstrasse mit Wasserwärme aus dem Gübsensee. Der saubere Strom für die Wärmepumpen kann billig aus dem Ausland importiert werden, wo jetzt schon vor Stromknappheit gewarnt wird. Es kommt mir vor wie in Seldwyla. Jeder hat eine Idee, niemand den Überblick
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