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Christian Ley: «Nachhaltigkeit war seit Beginn des Stadtforstamts zentral.»
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 25.10.2019.
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200 Jahre Stadtforstamt Luzern Früher lieferte der Wald Rohstoffe, heute Erholung

Da die Köhlerei ganze Wälder auffrass, wurde 1819 das Stadtforstamt geschaffen – und mit ihm das Konzept der Nachhaltigkeit.

Wo heute Biker, Spaziergängerinnen und Jogger unterwegs sind, zeigte sich vor 200 Jahren ein ganz anderes Bild: Der Wald war auf dem Gebiet des heutigen Kantons Luzern gerodet und die Bäume für die Kohleproduktion gebraucht worden. «Jeder Knebel, den man nutzen konnte, wurde abgeholzt», sagt Christian Ley, ehemaliger Oberförster der Stadt Luzern. Er hat die Geschichte des Stadtforstamtes Luzern aufgearbeitet, das aus diesem Holzmangel heraus entstand.

Eine schwarz-weiss Aufnahme von Männern, welche Bäume vermessen.
Legende: Auch 1929 waren Waldarbeiter nicht im Anzug unterwegs. Das Foto, welches den Förster und den Oberförster bei der Waldvermessung zeigt, ist gestellt. ZVG, Archiv Korporation Luzern

Der Leitsatz, der damals aufkam, klingt heute schon fast banal, so verbreitet ist er: «Dem Wald nicht mehr Holz entnehmen, als nachwächst. Dieser Nachhaltigkeitsbegriff wurde von Forstleuten erfunden und war seit Beginn des Stadtforstamts ein zentraler Punkt», sagt Ley.

Stadtforstamt Luzern

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Die Korporation Luzern, die Stadt Luzern und die ewl Wasser AG lassen ihre Wälder seit 200 Jahren gemeinsam vom Stadtforstamt Luzern bewirtschaften. Trägerin ist die Korporation Luzern.

Zusammen mit Bäumen der Gemeinde Kriens, des Luzerner Kollegialstifts im Hof und einiger privater Waldeigentümer pflegt das Stadtforstamt rund 17 km² Wald. Die Parzellen stehen nicht nur im Kanton Luzern, sondern auch in Obwalden, Nidwalden und Schwyz.

Tourismus machte aus dem Wald einen Erholungsort

Die Aufgaben des Stadtförsters haben sich in den folgenden Jahrzehnten stark gewandelt. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen immer mehr Touristinnen und Touristen in die Stadt Luzern, welche sich in der Natur erholen wollten. Daraufhin schuf die Stadt einen Parkwald im Gütschwald und die Stadtförster bauten Spazierwege, Brunnen, Wegweiser und Sitzbänke.

Männer im weissen Hemd fällen eine riesige Tanne.
Legende: Über einen Meter Durchmesser hatte diese Tanne, als sie 1930 im Alter von etwa 300 Jahren gefällt wurde. ZVG/Archiv Korporation Luzern

Mit der Zeit setzte sich das Bedürfnis nach Erholung im Wald auch in der breiten Luzerner Bevölkerung durch. Damit haben sich die Aufgaben der Förster wieder geändert, sagt Ley: «Weil heute Leute im Wald picknicken, müssen wir manchmal auch schöne, alte Bäume aus Sicherheitsgründen fällen.» Auch wenn diese aus Sicht von Naturschützern erhaltenswert seien – es gelte schliesslich die Bedürfnisse aller abzuwägen.

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr; schl

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