«Alle Beteiligten haben an diesem Spieltag versagt»

Der Marsch der FCL-Fans in St. Gallen vor zehn Tagen sorgte wegen einer antisemitischen Aktion für viel Aufsehen. Der Luzerner Fanarbeiter Christian Wandeler äussert sich selbstkritisch. Viel sei falsch gelaufen. In der Fanszene werde nun intensiv diskutiert, wie man solche Szenen verhindern könne.

Die Fans des FC Luzern stehen landesweit in der Kritik. Grund ist ihr Fanmarsch vor dem Spiel gegen den FC St. Gallen vor 10 Tagen. Damals marschierte an der Spitze ein als orthodoxer Jude verkleideter Mann. Damit entstand der Eindruck, die Fans des FCL würden eine antisemitische Jagd machen.

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Christian Wandeler

Der 42-jährige Christian Wandeler ist seit deren Eröffnung im August 2007 Leiter der Luzerner Stelle für Fanarbeit, unterstützt wird er von Michi Beck. Die Fanarbeit Luzern ist Anlaufstelle und Vermittlerin zwischen Fans, Club, Behörden und Ordnungskräften. Seit Anfang Februar ist Wandeler auch Leiter der Fanarbeit Schweiz.

Bei dieser Aktion hätten alle Beteiligten versagt, bilanziert Christian Wandeler, der Leiter der Fanarbeit Luzern, im Gespräch mit Radio SRF. Die Fans hätten sich zu wenig deutlich distanziert. Auch die Fanarbeiter hätten sich nicht durchsetzen können.

Fans müssen Vorfall aufarbeiten

Die Fanarbeit habe aber nicht grundsätzlich versagt, sagt Wandeler. Ihre Aufgabe sei es nicht, die Fans zu führen, sondern sie zu begleiten und als Vermittler zu agieren.

Für den Luzerner Fanarbeiter ist klar, dass diese Aktion in St. Gallen die FCL-Fans aufgerüttelt habe. Sie müssten den Vorfall nun aufarbeiten und sich fragen, ob sie dieses Image wirklich wollen oder nicht.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr.