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Förster Kari Henggeler: «Der Druck auf den Wald ist so gross wie noch nie»
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 27.07.2020.
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Alle wollen in den Wald «Das grösste Problem für den Wald sind die Mountainbiker»

Biken, joggen, spazieren: Der Druck auf den Wald hat deutlich zugenommen. Jetzt verstärkt der Kanton Zug die Aufsicht.

Wir sind unterwegs im Gebiet Langenegg auf dem Raten. Förster Kari Henggeler von der Korporation Oberägeri läuft durch den Wald. Plötzlich hält er inne. Hier, gleich am Waldrand, von wo aus man einen schönen Ausblick hat in die Berge des Kantons Schwyz, hat jemand eine wilde Feuerstelle eingerichtet.

Wilde Grillstelle im Wald.
Legende: SRF

«Diese Weisstanne hat durch diese Feuerstelle massiven Schaden genommen», schätzt Kari Henggeler. Hier habe jemand einmal ein riesiges Feuer gemacht. Unterwegs im Wald treffen wir noch auf zahlreiche weitere wilde Feuerstellen. Eine befindet sich vor einem improvisierten Unterstand, der aussieht wie ein Tipi. Im Waldnaturschutzgebiet wäre eine solche spontane Baute definitiv verboten.

Ein improvisiertes Tipi aus Holz
Legende: SRF

«Der Druck auf den Wald ist so gross wie noch nie», sagt Förster Kari Henggeler. Einmal habe er jemanden beobachtet, der im Balzgebiet des Auerhahns eine Hängematte zwischen den Bäumen errichtete. Das grösste Problem im Gebiet seien jedoch die Mountainbikerinnen und Mountainbiker, die quer durch den Wald ins Tal rasen.

Förster im Wald.
Legende: SRF

Mit dabei auf unserem Rundgang ist auch Murièle Jonglez mit ihrem Hund Slash. Sie ist ausgebildete Rangerin und im Auftrag des Kantons häufig in den Zuger Wäldern unterwegs. Wenn sie Leute auf ihr Fehlverhalten anspreche, zeigten sich diese meistens einsichtig. «Es ergeben sich gute Gespräche», sagt Murièle Jonglez.

Rangerin mit Hund.
Legende: SRF

Kein Verständnis habe sie für Leute, die ihren Abfall im Wald liegen lassen. Kari Henggeler nickt. Tatsächlich: etwas später auf dem Rundgang, unweit der Raten-Passstrasse kommen wir zu einer Stelle, an der viel Abfall herumliegt. Jemand hat mit einem Wohnmobil ein schmales Natursträsschen befahren und blieb ein paar Tage dort. In der Gegend liegen leere Milch- und Fruchtverpackungen.

«Das Strässchen habe ich nun mit einem Baumstamm gesperrt, dass grössere Fahrzeuge nicht mehr durchfahren können», sagt Kari Henggeler. Wege versperren, wilde Feuerstellen aufheben, das Gespräch mit den Leuten suchen oder Informationstafeln montieren. Das sei das, was man machen könne.

Rangerin und Förster im Wald.
Legende: SRF

Der Kanton Zug will mit der verstärkten Waldaufsicht den Ansturm auf den Wald besser lenken. Das Projekt läuft bis im Herbst. Anschliessend wird Bilanz gezogen. Es kann jedoch gut sein, dass Kari Henggeler und Murièle Jonglez auch im nächsten Jahr regelmässig im Auftrag des Kantons Zug in den Wäldern unterwegs sind.

Regionaljournal Zentralschweiz, 3. August 2020, 12:03 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Peter  (Byron)
    Der Titel suggeriert, dass mal wieder die bösen Biker das grosse Problem im Wald sind. Im Text werden dann aber Wildcampen, illegales Feuern und Abfall genannt. Dinge, welche (mit Ausnahme des Litterings) wohl eher selten von Bikern verursacht werden. Wildes Herumrasen quer durch den dicht bewachsenen Wald ist auch mit dem besten Bike schwer zu bewerkstelligen, die meisten sind auf bestehenden Pfaden unterwegs. Dass dies in einem Naturschutzgebiet ein no go ist versteht jeder vernünftige MTBler.
  • Kommentar von Lothar Drack  (spprSso)
    Was bin ich als Bub in den Wald „velööle gange“, gerne auf Naturstrassen sowie auf Stock und Stein „umegflitzt“... bis der Felgenriss am Hinterrad des kleinen Velos nicht mehr zu übersehen war und ich den Eltern herausrücken musste, wo ich denn so motocrossähnlich unterwegs war...
    Heutzutage seh ich auf meinen Waldwanderungen vornehmlich ausgewachsene Menschen, auf Hightech-Bikes mit E-Motor, Visierhelm und Knochenschonern fast wie Krieger hochgerüstet, dass Fuchs und Hase das Hören vergeht.
    1. Antwort von Hans Peter  (Byron)
      @Lothar Drack: kluge Köpfe (und andere Körperteile) schützen sich, die meisten Biker sind im Gegensatz zu vielen Velofahrern zumindest behelmt unterwegs :-)
      Und wenn Sie bei Ihren Waldwanderungen auf derartige Ritter treffen sind Sie in steilem Gelände unterwegs, derart ausgerüstet trifft man Biker vorwiegend auf gesperrten Freeride und Downhillpisten.
    2. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Richtig, Herr Peter, tatsächlich ist das Tessin zu den BERGkantonen zu zählen (auch wenn Teile des Mendrisiottos, wo ich die Wälder zu Fuss durchstreife, bereits zur Poebene gehört). Da scheinen Freaks ihre «Trails» anzulegen: Habe schon Stellen entdeckt, die senkrecht abfallen und da wo man «landet» stehen links und rechts Bäume... Mittlerweile gesperrt, durch wen ist nicht angeschrieben. Zurückgelassenen (Hilfs-) konstruktionen solcher Trails betrachte ich mit Verlaub ebenfalls als Littering!
  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Ich fahre auch gerne mit dem Bike im Wald und möchte gerne, dass man das weiterhin machen kann. Deshalb liebe Biker: Haltet euch an die Regeln. Fährt auf erlaubten Wegen und nicht quer durch den Wald. Nehmt Rücksicht auf andere Waldbenützer inkl. Tieren und wenn ihr auf Wanderwegen seid haben Wanderer Vortritt. Andernfalls müsst ihr euch nicht beklagen, wenn Fahren im Wald zunehmend verboten wird.
    1. Antwort von Hans Peter  (Byron)
      @wmatz: Ich bike seit 25 Jahren und meine Familie besitzt Waldgrundstücke im Naherholungsgebiet einer Grosstadt. Diese sind bei Bikern zunehmend populär. Wir tolerieren - aus verständlichen Gründen... - dass bestehende Pfade befahren werden. Weisen aber darauf hin, dass quer durch den Wald keine neuen angelegt werden sollten und man das Fahren bei Nässe unterlässt. Dies wird mehrheitlich befolgt, Ausnahmen gibt es immer. Probleme haben wir mit Littering und wildem Feuern, nicht durch Biker.