Asyl: 31 Luzerner Gemeinden bieten noch immer zuwenig Plätze an

Im Kanton Luzern haben es 31 Gemeinden verpasst, innert zehn Wochen von der Regierung geforderte zusätzliche Asylplätze zu schaffen. Wegen der total 245 fehlenden Plätze müssen sie nun eine Ersatzabgabe zahlen. 18 Gemeinden konnten ihr Soll erfüllen. Gerade kleine Gemeinden kämpfen um Plätze.

Das Hotel Pilatusblick dient aktuell als Unterkunft für minderjährige Asylbewerber. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im ehemaligen Hotel Pilatusblick in Kriens wohnen zur Zeit minderjährige Asylsuchende. zvg

Insgesamt 49 der 83 Luzerner Gemeinden hatten anfangs Jahr zuwenig Plätze für Asylsuchende bereit. Nur 18 Gemeinden hätten nun ihre Aufnahmepflicht fristgerecht erfüllt, teilte die Luzerner Staatskanzlei mit. Für die übrigen 31 Gemeinden ist seit dem 4. April eine Ersatzabgabe fällig. Diese beträgt je nach Dauer des fehlenden Platzes zwischen 10 und 40 Franken pro Tag und Person.

Die Ersatzabgaben werden den Gemeinden quartalsweise in Rechnung gestellt, erstmals am 30. Juni. Über die gesamte Höhe der Abgaben könne zurzeit noch keine Aussage gemacht werden. Sie werden an jene Gemeinden umverteilt, die mehr Asylsuchende aufnehmen als verlangt.

Die Luzerner Regierung hatte Anfang 2016 aufgrund eines anhaltenden Unterbringungsnotstandes in seinen Zentren entschieden, den Gemeinden fixe Zahlen an Asylsuchenden zuweisen.

Die Luzerner Gemeinden brachten Ende 2015 insgesamt 3'650 Asylsuchende und Flüchtlinge bei sich unter. Das Aufnahmesoll lag rund 1000 Plätze höher. Bis Anfang April nahmen die Gemeinden fast 250 zusätzliche Personen auf.