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Bundesratswahlen «Regionale Vertretung im Bundesrat ist eine emotionale Bindung»

Legende: Audio «Der Zentralschweiz geht es mit einer Bundesratsvertretung nicht automatisch besser» abspielen. Laufzeit 09:57 Minuten.
09:57 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 20.10.2018.

Am 5. Dezember sind Bundesratswahlen. Gewählt werden die Nachfolgerinnen oder Nachfolger von Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann. Die Zentralschweiz ist seit 15 Jahren im Bundesrat nicht mehr vertreten, seit dem Rücktritt von Kaspar Villiger im Jahr 2003. Hat die Zentralschweiz damit einen Nachteil? Darüber sprach das Regionaljournal Zentralschweiz mit dem Schwyzer Kommunikationsexperten und früheren CVP-Generalsekretär Iwan Rickenbacher.

SRF News: Würde unsere Region von einer Vertreterin, einem Vertreter im Bundesrat profitieren?

Iwan Rickenbacher: Die grossen Projekte - etwa der Durchgangsbahnhof Luzern - werden mit einem Zentralschweizer Bundesrat nicht schneller oder langsamer realisiert. Und auch das Ringen um Poststellen nimmt keine andere Wendung deswegen. Aber für die Identifikation der Leute mit einer Behörde - in diesem Fall dem Bundesrat - ist es bedeutsam, wenn man jemand kennt. Es geht um eine emotionale Bindung.

Eine grosse Rolle bei den anstehenden Wahlen spielt auch die Frauenfrage. Was ist wichtiger: dass die Regionen angemessen vertreten sind - oder dass Frauen gewählt werden?

Es sind immer verschiedene Faktoren, die bei Wahlen eine Rolle spielen. Welcher in einem bestimmten Moment wie stark zum Tragen kommen, hängt von der Konstellation ab. Zur Zeit ist die Geschlechterfrage wichtig...

... damit wäre die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen in einer guten Ausgangslage; als Frau und Zentralschweizerin...

Das ist so. Da aber bei der FDP Karin Keller-Sutter die Favoritin und so gut wie gewählt ist, ändert sich die Ausgangslage um eine Frauenvertretung im Bundesrat wieder.

Aus der Zentralschweiz bewirbt sich auch der Zuger CVP-Ständerat Peter Hegglin für den Bundesrat. Er musste Kritik einstecken. Etwa, dass er seinen Platz im Ständerat noch nicht gefunden habe, dass er langfädig argumentiere. Muss man solche Kritik einfach ertragen?

Absolut. Und wenn keine härtere Kritik kommt, kann Peter Hegglin der Wahl getrost entgegen schauen. Das sind nicht die Faktoren, die zählen. Es geht um politische Verlässlichkeit und um ein gutes politisches Netzwerk. Peter Hegglin hat mit seiner geographischen und beruflichen Herkunft, aber auch mit seinem politischen Leistungsausweis sicher gute Chancen.

Für die FDP tritt der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki an. Wenn Sie sagen, dass Karin Keller-Sutter so gut wie gewählt ist, ist Wickis Kandidatur dann eine Alibiübung, um der Vereinigten Bundesversammlung eine Auswahl zu bieten?

Ich glaube, die Zentralschweizer FDP markiert damit einen Anspruch. Zur Erinnerung: Das Tessin hat nach dem Rücktritt von Flavio Cotti bei jeder Wahl einen Kandidaten aufgestellt, einfach um ihren Anspruch in Erinnerung zu rufen.

Das ganze Interview mit Iwan Rickenbacher finden Sie oben als Audio. Das Gespräch führte Sämi Studer.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Anita Rusterholz (Anita Rusterholz)
    @B.Moser- der Stadtrat von Biel, Herr Erich Fehr, gehört der Fraktion SP an. Frau Heidi Zgraggen CVP ist u.a. auch Präsidentin der Eidg. Natur- und Heimatschutzommission. Mit ihrem Wissen, das bis anhin auf Bundesebene fehlte, könnte sie einiges bestens vertreten. Sie verfügt über Know-how in allen Richtungen.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Das Wichtigste im Leben eines Schweizerbürgerli ist sein Bundesrätli des Vertrauens. Nebenbei spendet er noch ein wenig in der Hoffnung mal ins Kameräli winken zu können. Somit ist sein politisches Leben erfüllt. Im privaten Leben steht dann wieder sein Handy im Zentrum.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    In vielen Ländern der ganzen Welt zeichnet sich immer deutlicher das Problem ab, das sich Volksgruppen aus ihren Staaten lösen wollen. Wieso? Weil sie sich selber wahrnehmen wollen, eine Stimme haben wollen, ihrer Eigenheit Ausdruck verleihen wollen und ähnliches. Die Schweiz mit 4 unterschiedlichen Ethnien hat mit dem BR bis heute ein Sytem um diesem Problem zu entgegnen. Wieso also ändern? Nur ein Herr Blocher will es ändern wie er sagte:„Die Wetsschweiz ist halt nicht ganz so eidgenössisch“
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Mehr als 130 Menschen aus zahlreichen Ländern der Erde leben bei uns. Die einen kamen hauptsächlich um mehr zu verdienen oder aus der Armut zu flüchten. Ein Viertel der Bevölkerung sind bereits Zugewanderte. Die Frage bleibt offen, nach wie vielen kippt die Schweiz? Das alte römische Reich kippte nach dem Ansturm der Vandalen und die EU zeigt bereits Errosionserscheinungen.
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    2. Antwort von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
      Ja Hr. Olaf Schulenburg, das ist ja eine Antwort... Viele in der Schweiz sind froh, dass es einen Herr Dr. Christoph Blucher gibt! Ohne ihn wäre die Schweiz längst in der EU und der CH-Franken weg... Es wäre sinnvoller, sich um CH-Sachprobleme zu bemühen, als aus der emotionellen Ecke abzuschiessen... "und erst noch das Tor verfehlen"! Es scheint, dass gerade Sie sich selbst wahrnehmen wollen. Der heutige CH-Bundesrat politisiert längst am CH-Volk vorbei! Keiner ist wählbar aus meiner Sicht!
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