Zum Inhalt springen

Header

Audio
Luzerner Clubbetreiber kritisieren die Regierung
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 20.07.2020.
abspielen. Laufzeit 03:01 Minuten.
Inhalt

Corona-Massnahmen Luzern Miese Stimmung zwischen Clubs und Kanton

Clubbetreiber kritisieren die Luzerner Regierung scharf: Statt das Contact- Tracing auszubauen, fahre man eine ganze Branche an die Wand.

Seit Freitag gelten in Luzerner Clubs und Konzertlokalen wieder verschärfte Massnahmen: Ohne Masken dürfen nicht mehr 300, sondern nur noch 100 Personen an einer Veranstaltung teilnehmen.

Marco Liembd, Geschäftsleiter des Luzerner Konzerthauses Schüür, veranlasste die Verschärfung zu einem offenen Brief an Gesundheitsdirektor Guido Graf. Ziel sei es gewesen, dass der Kanton zusammen mit den Clubbetreibern eine Lösung fände, die das Contact Tracing unterstützen. «Leider fühlt sich die Regierung für die Kontakterhebung überhaupt nicht verantwortlich», schreibt Marco Liembd in dem offenen Brief. Er kritisiert weiter, dass die Regierung lieber eine Beschränkung der Besucherzahl in den Clubs verordne, als die Anzahl der Contact Tracer zu erhöhen.

Entweder ganz oder gar nicht

Eine solche Regelung bringe die Clubs in Existenznot. Die Maskenpflicht ergebe in Clubs keinen Sinn. Die Leute rauchen und trinken und greifen sich so dauernd an die Maske, das sei keine sinnvolle Lösung, sagt Marco Liembd gegenüber SRF News. Die Schüür habe deshalb die Besucherzahl reduziert. Allerdings sei es mit nur 100 Personen pro Veranstaltung unmöglich, schwarze Zahlen zu schreiben.

Wir fühlen uns alleine im Regen stehen gelassen
Autor: Marco LiembdGeschäftsleiter Schüür, Luzern

Mit der Beschränkung auf 100 Personen müsse die Schüür möglicherweise sämtliche 200 geplante Shows im Herbst und Winter absagen. Mit der neuen Verordnung vom Kanton gäbe es aber dann keinen Anspruch auf staatliche Hilfe.

«Es wäre also besser, wir könnten ganz zumachen und erhielten eine Entschädigung», sagt Marco Liembd. In der Veranstaltungsszene sei die Stimmung zurzeit im Keller. Dies bestätigen auch andere Luzerner Clubbetreiber.

Regierung kontert

Die Luzerner Regierung habe die neue Verordnung ohne weitere Rücksprache mit den Clubs erlassen, so der Vorwurf. Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf sagt dazu: «Bei der Anzahl Besucher sahen wir keinen Handlungsspielraum, deshalb haben wir die Clubbetreiber vorher nicht angehört.» Aus verschiedenen Ereignissen wisse die Regierung, dass eine einzelne Person in einem Club mit 300 Personen sehr viel andere anstecken kann und damit die Gesundheit vieler anderer gefährde oder sogar einen Lockdown verursachen könne.

Regionaljournal Zentralschweiz, 20.07.2020, 12:03 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Mineral  (mineral.walter)
    Ich war an zahlreichen Konzerten wo sowieso keine 100 Gäste anwesend waren. Klar gibt es Veranstaltungen die das Haus füllen, aber es gibt auch viele die nicht. Kleine Amateurbands die ein Publikum von 20 Personen haben gab es immer schon und für die waren die Klubs auch geöffnet. Wenn man sich mehr auf sowas einrichtet dann gibt es bestimmt ein Modell was funktioniert. z.B. jeden Tag eine kleinere Veranstaltung machen, kumuliert kommt es dann schon auf die Besucherzahl.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Richard Willi  (rwill)
    Die Regierung macht das sehr gut - es gibt 50 Mia Gründe dafür.
    Die Clubs hatten ihre Chance (trotz gegenteiliger Expertenempfehlung) und haben kläglich versagt... wer nicht hört, der muss halt fühlen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen