Die Baselstrasse in Luzern: «Sie ist so verdammt laut!»

10 Geschichten in 2 Stunden - das Theater «Wayfarin' Strangers» lässt tief in die Seele der Baselstrasse blicken. Die Menschen, die dort wohnen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Der interaktive Theaterrundgang wird zum Trip in eine Welt, die normalerweise verborgen bleibt.

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Bildlegende: Am Boden der Realität angekommen: Die Baselstrasse ist ein hartes Pflaster. zvg/Gabriel Ammon, Aura Fotoagentur

Es ist laut an der Baselstrasse, unglaublich laut sogar. Man versteht kaum das eigene Wort. Die wenigsten träumen davon, an dieser pulsierenden Ader der Stadt Luzern zu wohnen - viele tun es trotzdem, weil es günstig ist.

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Bildlegende: Authentischer geht nicht: Jassen am Stammtisch im Restaurant Sentimatt. zvg/Gabriel Ammon, Aura Fotoagentur

Diese Menschen stehen im Zentrum des Theaters «Wayfarin' Strangers». Start ist im Sentitreff, danach wird das Publikum von einem Guide an die verschiedenen Schauplätze geführt. Die Fiktion wird zur Realität, wenn man als Zuschauer plötzlich nicht mehr weiss, ob die eben gesehenen Menschen Schauspieler sind oder nicht. Und genau so soll es sein, erklärt der Drehbuchautor Christoph Fellmann: «Die Baselstrasse hat einen wahnsinnigen Ruf. Wenn man genauer hinschaut, merkt man, dass letztlich alles viel normaler ist als man denkt.»

Dennoch: die erzählten Schicksale sind keine leichte Kost. «Wayfarin' Strangers» stellt Menschen in den Mittelpunkt, deren Geschichten oft im Lärm der Baselstrasse untergehen.

Das Theater ist Teil des Kulturprojektes der Albert Koechlin Stiftung. Alle Produktionen widmen sich in diesem Jahr dem Thema Sehnsucht, auch «Wayfarin' Strangers». «Wahrscheinlich sehnen sich die Menschen an der Baselstrasse alle nach dem Selben», sagt Christoph Fellmann, «nämlich, dass es leiser wird.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17.30 Uhr