Das andere Radioprogramm Flüchtlinge und Migranten machen Radio am Lucerne Festival

Ein junger Radioreporter interviewt einen Musiker. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der 17-jährige Habibi ist einer der Teilnehmer. Er kommt aus Afghanistan und lebt seit anderthalb Jahren in der Schweiz. SRF / Lea Schüpbach

Am Klassikfestival gibt es dieses Jahr nicht nur Musik zu hören. Das Lucerne Festival hat auch ein eigenes Radio. Das Spezielle: Die Radiomacherinnen und -macher sind Flüchtlinge oder haben Migrationshintergrund. Einige von ihnen sind sogar zum ersten Mal mit einem Radiomikrofon unterwegs.

Ein Radioreporter macht Aufnahmen von zwei Bläsern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Habibi will in seiner Sendung nebst Interviews auch zeigen, wie das Lucerne Festival klingt. SRF / Lea Schüpbach

Einen Tag lang arbeiten sie im Radiostudio im Foyer des KKL. Sie blicken hinter die Kulissen der Konzerte, führen Gespräche mit Musikerinnen oder Dirigenten und gestalten anschliessend eine Radiosendung vom und über das Lucerne Festival. So erhalten die Radiomacherinnen und -macher einen Eindruck von der Kulturarbeit und zeigen zugleich ihren Blick auf das Festival.

Ein Radioreporter sitzt vor einem Laptop und schneidet Töne zurecht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bevor es los gehen kann, müssen die frisch gebackenen Radioleute die eingefangenen Töne noch aufbereiten. SRF / Lea Schüpbach

Ein zweitägiger Workshop bereitet die Teilnehmenden auf das Radiomachen vor. Das Ziel: Die acht Teams strahlen jeweils am Abend via Live-Stream im Internet und auf dem Europaplatz vor dem KKL eine einstündige Sendung aus.

zwei Jugendliche setzen sich Kopfhörer auf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Jetzt gilt es ernst: Nasrin und Kabir aus Afghanistan gehen live auf Sendung. SRF/Lea Schüpbach

Weil sich das mobile Studio im Eingangsbereich des KKL befindet, können die Festival-Gäste die Radiomacherinnen und Radiomacher bei der Arbeit beobachten. Keine leichte Aufgabe für die Radioleute.

Nicht nur, weil sie unter Beobachtung stehen, sondern auch, weil die Beiträge und Moderationen unter anderem auf Deutsch über den Äther gehen.

Eine junge Frau mit Kopftuch liest ihr Manuskript in einer Live-Radiosendung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Für Nasrin war es die erste Live-Sendung. «Ich hoffe, dass ich beim nächsten Mal nicht mehr so nervös bin.» SRF / Lea Schüpbach

Im Anschluss an die Sendung können die Besucher auch Kontakt knüpfen zu den jungen Leuten. Das Ganze sei nicht nur ein Radiokurs, sagt Luca Santorossa, einer der Betreuer des Projekts: «Von der ersten Gruppe haben sich drei Teilnehmende erneut gemeldet und gefragt, ob sie nochmals ins KKL kommen und ein Konzert hören dürften. Offenbar haben wir bei den jungen Leuten etwas ausgelöst.»

Ein Radiomoderator während einer Sendung im Foyer des KKL Luzern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die einstündigen Sendungen werden und auch ins Foyer des KKL übertragen. Peter Fischli / Lucerne Festival

Das Radio-Projekt nennt sich «Radio Identity» – passend zum Motto «Identität» des diesjährigen Lucerne Festivals. Betreut werden die Teilnehmenden durch Profis der Zürcher Radioschule «klipp+klang».

Ein Radiomoderator und eine jugendendlich Journalistin. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Luca Santorossa (links) von der Radio-Schule «klipp+klang» ist einer der Betreuer des Projekts. Peter Fischli / Lucerne Festival

Die Sendungen von «Radio Identity» auf Soundcloud