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Grabstein im Friedental Polnischer Holocaust-Retter wird in Luzern geehrt

Der polnische Präsident Andrzej Duda legte auf dem neu erstellten Grab von Konstanty Rokicki einen Kranz nieder.

Legende: Video Polen ehrt Holocaust-Helden in Bern abspielen. Laufzeit 02:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.10.2018.

In seiner Rede vor Überlebenden erinnerte Duda an die dramatische Zeit des Zweiten Weltkrieges. Er nannte Rokicki einen hellen Stern am Schwarzen Himmel.

Als Mitarbeiter der polnischen Exilregierung auf der Botschaft in Bern habe Rokicki massgeblich mitgewirkt, um hunderte Juden vor dem Abtransport in Konzentrationslager zu retten, heisst es in einer Mitteilung. Um ihm einen würdigen Erinnerungsort zu geben, wurde auf dem Friedhof Friedental ein Grabstein aufgestellt.

Als Mitglied der sogenannten «Berner Gruppe» hatte Rokicki geholfen, den Verfolgten falsche Pässe auszustellen, damit sie ins Ausland fliehen konnten. Rokicki stellte laut der polnischen Botschaft in Bern mit Hilfe seines jüdischen Untergebenen Juliusz Kühl in den Jahren 1942 bis 1943 paraguayische Reisepässe für 2200 vom Tode bedrohte Juden aus.

Die Pässe hätten schätzungsweise 700 bis 800 Menschen das Leben gerettet. Der polnischen Botschaft sei rund die Hälfte von ihnen bekannt. Mindestens 20 der Geretteten lebten noch. Rokicki starb 1958 in Luzern.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Gré Stocker-Boon (GréStocker-Boon)
    Weil die Deutschen und die Russen immer wieder im Hin und Her durch und in Polen ihre kriegerische Taten ausführten und die Frauen vergewaltigten,fühlte Polen sich zu kurz gekommen,im Gedenken,was in ihrem Land geschah und woran sie auch am Grauen teilhatten.Grundsätzlich: Mütter schick(t)en ihre Söhne nicht als Opfer in den Krieg,es sei denn sie wurden Hirngewaschen durch Regimen,es zu tun und Stolz darauf zu sein.Heute gibt es viele,verschiedene gut erzählten DVDs und Bücher,die berichten.
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  • Kommentar von Johannes Rösinger (JohMuc)
    Erinnern wir uns auch an das Polnische Holcaustgesetz, dieses Jahr erlassen. So sieht die neue Regelung Geldstrafen oder bis zu drei Jahre Haft für diejenigen vor, die öffentlich dem polnischen Volk oder dem polnischen Staat die Verantwortung oder Mitverantwortung für vom "Dritten Reich" begangene Nazi-Verbrechen zuschreibt oder für andere Verbrechen gegen den Frieden oder die Menschheit oder für Kriegsverbrechen. Kein Wort davon schreibt SRF, dabei haben Polen fleissig mitgemacht!
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    1. Antwort von SRF News
      Grüezi Herr Rösinger, über das von Ihnen erwähnte Gesetz haben wir mehrfach und auf verschiedenen Kanälen berichtet. Zum Beispiel hier: https://www.srf.ch/news/international/trotz-protesten-aus-israel-polnischer-senat-stimmt-fuer-holocaust-gesetz Freundliche Grüsse, SRF News
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Der Holocaust vor und während dem 2. Weltkrieg ist und bleibt eines der schrecklichsten Ereignisse der Menschheit! Auch nach bald 80 Jahren werden überall Gedenkfeiern und Ehrungen durchgeführt (Reden halten und Kränze niederlegen). Als einer der in diesen Kriegsjahren geboren wurde, erfuhr ich in der Schule und aus den Geschichtsbücher, dass auch auf der "anderen Seite" Millionen Menschen deportiert oder ermordet wurden! Ueber und zu diesem tragischen Teil fand noch nie ein Gedenkfeier statt!
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    1. Antwort von marc rist (mcrist)
      Was sich Polen in den Zwischenkriegsjahren hat zuschulden kommen lassen, ist weder in den Geschichtsbüchern noch bei den Mainstream-Historikern ein Thema. So sieht es leider auch heute noch aus.
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