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Zentralschweiz Grosses Interesse an neuem Asylzentrum in Baar

Der Kanton Zug lässt eine private Bauherrschaft ein neues Asylzentrum bauen und mietet es anschliessend. Das Projekt mit gut 100 Plätzen stiess in Baar auf grosses Interesse - löste aber auch Fragen aus.

Ein Saal voller sitzender Leute.
Legende: Volles Haus: Viele Baarerinnen und Baarer liessen sich über das neue Asylzentrum informieren. SRF / Thomas Heeb

Weil es im Kanton Zug zu wenig Unterkünfte und Wohnungen für Asylsuchende gibt, beschritt die Regierung einen ungewöhnlichen Weg: Sie schrieb den Bau eines neuen Asylzentrums öffentlich aus. Den Zuschlag erhielt die Hotz Obermühle AG in Baar, die auf einem Grundstück im Zentrum einen dreigeschossigen Neubau plant.

«Es geht uns nicht um Politik»

Am Informationsabend vom Dienstag stiess das Projekt auf grosses Interesse: Der Gemeindesaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. «Uns geht es nicht um Politik», sagte Roman Hotz als Vertreter der Familie, die hinter der AG steht. «Wir wollen, dass sich die Asylsuchenden besser integrieren können, und dafür braucht es zweckmässige Unterkünfte.»

Mit ihrem Vorschlag konnte die Hotz AG auch die Zuger Regierung überzeugen. Geplant sind 17 4-Zimmer-Wohnungen für sechs bis acht Personen. Der Kanton mietet das Gebäude und bezahlt dafür 380 Franken pro Person und Monat. So viel, wie auch der Bund pro Flüchtling den Kantonen bezahlt.

Ängste, aber auch Begleitgruppe

An der Versammlung wurden durchaus auch Ängste und Unbehagen geäussert, zum Beispiel bezüglich der Sicherheit. Die Behörden von Kanton und Gemeinden sowie die Polizei versuchten diese zu zerstreuen.

Andernorts gebe es nur wenig Probleme mit Asylsuchenden, das neue Zentrum werde überwacht. Es wurde aber auch bekannt, dass sich bereits eine Begleitgruppe bildet, die bei der Betreuung der Asylsuchenden mitarbeiten will.

Noch diese Woche soll das Baugesuch eingereicht werden. Dank vorgefertigten Holzelementen dürfte der Bau nur gerade drei Monate dauern. Bis im Herbst dieses Jahres oder Anfang Winter soll das Zentrum fertig erstellt sein.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Die Kritik an immer mehr Asylzentren ist berechtigt, im Hinblick, dass der Terror auch in Europa Fuss gefasst hat. Nur die Schweiz scheint diese Tatsache noch nicht realisiert zu haben und "hortet" immer mehr, ich meine damit Asylanten, die kein Bleiberecht haben, also Leute, die nicht willens sind, sich zu integrieren, oder aus einem kriegsverschonten Land kommen. Stattdessen beginnt man nun, die grüne Wiese auch für Asylsuchende zu verbauen, statt die Ausschiffungsinitiative umzusetzen.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Es geht uns nicht um Politik, lautet die fadenscheinige Begründung für den Neubau auf grüner Wiese für das Asylzentrum. Und ob es um Politik geht! Das Asyl- und Flüchtlingswesen ist nun mal kein privatwirtschaftliches Thema, sondern ein rein politisches. Die UNO warnt vor einem Asylstopp seitens des Nordens, vielfach müsse man die Flüchtlinge integrieren - d. h. immer mehr kommen in den Norden und die Bevölkerung in Europa wächst und wächst, bis zum Geht nicht mehr. Ist das im Sinn der UNO?
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