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Konzert mit «Schraffuren» 200 Menschen bringen das KKL zum Klingen

Mit Schlagzeugstock und Essstäbchen wird das KKL schraffiert. Die Idee stammt von Schlagzeuger Fritz Hauser.

Legende: Audio Eine Schraffur für das KKL abspielen. Laufzeit 06:15 Minuten.
06:15 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 24.08.2018.

Unter schraffieren versteht man das schnelle Hin- und Herfahren auf einem Papier mit dem Bleistift. Dies produziert Geräusche - und genau diese Technik setzt der Schlagzeuger und Komponist Fritz Hauser für sein aktuelles Projekt im Rahmen des «Lucerne Festivals» ein.

Chinesisches Essstäbchen als Instrument

Allerdings benutzt er dazu keine Bleistifte, sondern einen Schlagzeugstock. «Wir machen dies auf einem speziell angefertigten Schlagzeugstock mit Rillen», sagt Hauser. Ein chinesisches Essstäbchen aus Plastik wird darauf hin- und herbewegt, was einen Klang erzeugt. Hauser lässt rund 200 Mitwirkende aus der ganzen Zentralschweiz verteilt im grossen Saal des KKL auf verschiedenen Oberflächen schraffieren.

Wenn das 200 Leute miteinander machen klingt es wie ein grosser Zikaden-Wald.
Autor: Fritz HauserComposer-in-residence Lucerne Festival

Und je nachdem, auf welcher Oberfläche man diese «Schraffur» mache, klinge es anders, erklärt Hauser. «So hat man das Gefühl, man höre das KKL selber - und es ist dann auch eine Surround-Erfahrung, da meine Schraffiererinnen und Schraffierer im ganzen Saal verteilt sind.» So entstehe eine Glocke von Geräuschen, welche von oben in den Zuschauerraum komme.

Fritz Hauser steht vorne im KKL.
Legende: Fritz Hauser (links) erklärt bei der Probe den Mitwirkenden seine Vorstellungen. SRF

Fritz Hauser hat bereits einige «Schraffur» -Projekte durchgeführt. Allerdings noch nie im KKL und noch nie mit Laien. Diese sind von der Klangperformance begeistert. «Ich fühle mich wie ein Teil eines Orchesters, obwohl ich noch nie ein Instrument gespielt habe», sagt eine frischgebackene Schraffiererin.

Fritz Hauser

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Der Basler Fritz Hauser wurde 1953 geboren – mit seinen Soloprogrammen für Schlagzeug und Perkussion ist er aber weltweit unterwegs. Dabei verbindet er seine Musik auch immer wieder mit anderen Sparten wie der Architektur, Lichtdesign oder dem Theater. Hauser hat aber auch schon verschiedene Klanginstallationen realisiert, beispielsweise in der Therme Vals, im Kunsthaus Zug oder in der Fondation van Gogh in Arles. Hausers Interesse gilt vor allem dem unkonventionellen Umgang mit den traditionellen Schlagzeuginstrumenten in Verbindung mit Raum und Licht.

In diesem Jahr ist Fritz Hauser als «composer in residence» ans Lucerne Festival eingeladen worden.

Die Schraffur für das KKL wird am Sonntag im Rahmen des Erlebnistages am Lucerne Festival aufgeführt.

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