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Legende: Audio Die Erinnerungen der Betroffenen und was Bezirksammann Franz Pirker dazu sagt abspielen. Laufzeit 04:37 Minuten.
04:37 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 31.05.2019.
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Missbrauch im Waisenhaus? Bezirksrat Einsiedeln verspricht Aufarbeitung schwerer Vorwürfe

Sexuelle Misshandlungen und Prügel – die Vorwürfe werden wieder laut, seit der angebliche Peiniger wieder im Dorf wohnt.

Es ist noch nicht lange her, seit der ehemalige Heimleiter des Waisenhauses Einsiedeln sich bei einigen seiner ehemaligen Heimkinder per Brief gemeldet hat. Er wohne seit November 2018 wieder in Einsiedeln, heisst es darin unter anderem. Für viele der ehemaligen Zöglinge ist das ein Schock.

Legende: Video Missbrauch im Kinderheim: Einsiedelns düstere Vergangenheit abspielen. Laufzeit 12:45 Minuten.
Aus Rundschau vom 29.05.2019.

Der Mann hat das Waisenhaus zwischen 1967 und 1972 geleitet. Betroffene sprachen diese Woche in der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens SRF. Sie erinnerten sich unter anderem mit den Worten: «Er öffnete mir den Pullover, schaute vorne rein, ob die Brust gewachsen ist und fasste rein, um zu schauen, ob sie gross ist.»

Wir sind nun der Meinung, dass es falsch war, Gras über die Sache wachsen zu lassen.
Autor: Franz PirkerBezirksammann von Einsiedeln

Nach der Rückkehr des mutmasslichen Peinigers nach Einsiedeln fordern die ehemaligen Heimkinder – einmal mehr – eine Entschuldigung vom Heimleiter. Und die Verantwortlichen müssten die Geschehnisse aufarbeiten. Die Forderung wurde gehört. Franz Pirker, der Bezirksammann von Einsiedeln, sagte am Freitag gegenüber Radio SRF: «Weil die Geschichte immer wieder an die Oberfläche kommt, sind wir nun der Meinung, dass es falsch war, Gras über die Sache wachsen zu lassen. Dass das nicht funktioniert hat. Deshalb wollen wir uns nun an die Aufarbeitung dieser Geschichte machen.»

Es ist vorgekommen, dass [...] die Heimkinder mit der Hand auf den Hintern und an die Wange geschlagen hat. Weitere Übergriffe fanden nicht statt.
Auszug aus der Stellungnahme des ehemaligen Heimleiters

Allerdings könne das der Bezirk alleine nicht leisten – die Auswertung des Archivs, die Gespräche und so weiter. Darum hofft Pirker auf externe Unterstützung, beispielsweise durch den Kanton. Offen ist indes der Zeitplan und die Frage, ob der ehemalige Heimleiter sich an der Aufarbeitung beteiligen wird. Dessen Anwalt verwies am Freitag auf Anfrage von Radio SRF auf eine schriftliche Stellungnahme: Der Betroffene habe «eine andere Erinnerung an diese Zeit».

Es sei vorgekommen, dass er die Heimkinder mit der Hand auf den Hintern und an die Wange geschlagen habe. Weitere Übergriffe hätten aber nicht stattgefunden und es sei niemand dabei verletzt worden. Der ehemalige Heimleiter entschuldige sich dafür bei allen Betroffenen in aller Form.

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