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Nach Luzern zieht nun Zug nach Der Kanton Zug führt eine Liste «ambulant vor stationär» ein

Eine Frau geht an Krücken und wird von zwei Pflegerinnen begleitet.
Legende: Patientinnen und Patienten sollen die Zuger Spitäler früher verlassen: Der Kanton setzt auf mehr ambulante Behandlungen. Keystone
  • Das Ziel der Einführung: Der Kanton Zug will unnötige Spitalbehandlungen vermeiden und so Kosten im Gesundheitswesen sparen.
  • Die Liste reicht laut der Zuger Gesundheitsdirektion «von Augenoperationen bis zu den Krampfadern». Die definitive Liste werde per 1. Januar 2018 im Internet publiziert.
  • Werden solche Behandlungen doch stationär durchgeführt, so will der Kanton dafür künftig keine Kosten mehr übernehmen.

Zug ist nicht der einzige Kanton, der aus Kostengründen gewisse Behandlungen nur noch ambulant anbietet. Kürzlich hat Luzern als erster Kanton eine Liste mit Behandlungen veröffentlicht, die er künftig nur noch ambulant durchführen möchte. Von dieser Pionierrolle profitiere man in Zug, «insbesondere vom fachlichen Know-How, mit dem die Liste in Luzern zusammengestellt wurde», sagt Gesundheitsdirektor Martin Pfister.

Liste mit 13 Behandlungen

Bisher gehe man in Zug von 13 Behandlungen aus, die nur noch ambulant durchgeführt werden sollen, sagt Pfister: «Wir sind uns politisch einig, einige Details müssen aber noch mit Fachleuten geklärt werden.»

Wir sind uns politisch einig, einige Details müssen aber noch mit Fachleuten geklärt werden.
Autor: Martin PfisterZuger Gesundheitsdirektor

In Luzern stiess das Vorhaben nicht nur auf Gegenliebe – Mediziner wehrten sich dagegen und auch die Krankenkassen. «Diese Liste hat den Beigeschmack, dass der Kanton einfach Kosten verlagern will», sagte Pius Zängerle, Direktor des Krankenversicherer-Verbandes curafutura, diesen Sommer gegenüber Radio SRF.

Von solchen Bedenken hat Pfister im Kanton Zug nichts gehört: «Wir haben mit den Medizinern im Kanton gesprochen und haben keine Einwände gehört. Es ist aber wichtig, dass am Schluss immer der Arzt entscheidet, ob eine Behandlung ambulant oder stationär durchgeführt wird.»

Zug ist bereits vierter Kanton mit solcher Liste

In einer Einführungsphase bis Ende März 2018 gehe es nun darum, dass sich das neue System im Kanton Zug einspielen soll und die Spitäler ihre Abläufe anpassen können.

Eine Operationsliste «ambulant vor stationär» wird es somit ab 2018 in vier Kantonen geben: Luzern, Zürich, Wallis und Zug.

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