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Nach zwei Wochen Regierungsrat Beat Villiger nimmt Wahl an

Legende: Video Beat Villiger führt sein Amt weiter abspielen. Laufzeit 04:12 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 18.10.2018.
  • Der Zuger Regierungsrat Beat Villiger nimmt die Wahl in die Regierung an.
  • Am Wahlsonntag vom 7. Oktober hat der angeschlagene CVP-Sicherheitsdirektor das drittbeste Resultat errreicht.
  • Er geriet wegen seines Privatlebens zuvor in die Schlagzeilen.

Der Fall Villiger

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  • Der Vorwurf: Er soll im Jahr 2017 gegen das Strassenverkehrsgesetz verstossen haben. Das macht das Onlinemagazin «Republik» am Montag, 1. Oktober publik. Die Ermittlungen der Luzerner Strafverfolgungsbehörden wurden jedoch eingestellt.
  • Villiger wehrt sich gegen eine detaillierte Berichterstattung durch eine superprovisorische Verfügung.
  • Politiker aus anderen Parteien fordern Fakten über den Fall. Villiger selber schweigt und lässt ausrichten, für ihn sei das Verfahren abgeschlossen.
  • Die Luzerner Oberstaatsanwaltschaft wehrt sich gegen Kritik, dass sie das Verfahren gegen Beat Villiger eingestellt hat.
  • Am Wahlsonntag äussert sich Villiger im Sonntagsblick zu den Hintergründen und zu einer ausserehelichen Beziehung mit einer Frau, mit der er ein Kind hat.
  • Am 7. Oktober wurde er mit dem drittbesten Resultat in die Zuger Regierung gewählt.

Das Privatleben Villigers dominierte den Wahlsonntag in Zug. Medien berichteten wenige Tage vor den Wahlen darüber, dass er einer Frau ein Auto ausgeliehen habe, obwohl diese keinen Fahrausweis hatte. Im «Sonntagsblick» äusserte sich Villiger dann zum ersten Mal. Diese Frau war offenbar seine frühere Geliebte, mit der er eine Tochter hat.

Die Zugerinnen und Zuger unterstützten ihn trotzdem – oder hatten schon zu einem früheren Zeitpunkt brieflich gewählt. Villiger holte 18'440 Stimmen und schaffte es damit auf den guten dritten Platz.

Ich will das Amt mit Freude und Elan weiterführen.
Autor: Beat VilligerZuger Regierungsrat

Beat Villiger wertet das Wahlresultat vom 7. Oktober als Vertrauensvotum. Nach gründlicher Beurteilung der Geschehnisse der letzten Wochen und Tage habe er sich entschieden in die vierte Legislatur als Regierungsrat des Kantons Zugs einzutreten. «Die kurze Auszeit, die Gespräche mit Familie und Parteien sowie die sehr vielen aufmunternden Zuschriften haben mich in der Überzeugung bestärkt, das Amt mit Freude und Elan weiterzuführen», sagt Beat Villiger in Gespräch mit Radio SRF.

«So eine Zeit mag ich meinem ärgsten Feind nicht gönnen»

Villiger wurde kritisiert, weil er sich lange Zeit liess für seinen Entscheid, ob er die Wahl annehmen wird oder zurücktritt. Er habe aber diese Zeit gebraucht für seinen Entscheid, sagt Beat Villiger: «Wichtige Entscheide brauchen Zeit. Ob sie dann auch richtig sind, kann niemand im Voraus sagen.»

Druck von seiner Partei – die Zuger CVP hat bei den Wahlen einen Regierungssitz gewonnen – habe er nie gespürt. Er sei jetzt gewählt für weitere vier Jahre, diese Zeit wolle er im Regierungsrat bleiben, sagt Beat Villiger, aber natürlich könne es theoretisch sein, dass man in einer späteren Phase frühzeitig gehe.

Bei der CVP Zug sei man erleichtert, dass Beat Villiger die Wahl angenommen habe, sagt Monika Barmet, Vizepräsidentin der Zuger CVP. «Was man Beat Villiger vorwirft, hat nichts zu tun mit seinem Amt als Regierungsrat.» Die FDP und die Alternative – die Grünen fordern, dass die Vorwürfe an Beat Villiger und die Rolle der Luzerner Staatsanwaltschaft von einer unabhängigen Seite noch einmal aufgerollt werden.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von U. Salzmann (pfefferusalz)
    Eine oberschwache Leistung, Herr RR! Hinstehen und Klartext reden - auch wenn es weh tut! Unseren Politikern mangelt es an Rückgrat und Aufrichtigkeit. Stattdessen hüllt man sich in Schweigen und hofft darauf, dass alles rasch und glimpflich vorübergeht. Es gibt Beispiele zuhauf: Geri Müller, ZG Landammanfeier, Zuppiger, etc...
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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger (Hpf)
    Sehr erfreulich - es wäre nun wirklich daneben gewesen, den Linken/Grünen eine Chance zu geben, in einem weiteren Wahlgang doch noch einen Regierungsrat zu stellen.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Ein SVPler hätte niemals weitermachen dürfen, ja, er wäre vom Zuger Stimmvolk nicht unterstützt worden. Er wäre von sich aus zurückgetreten und hätte dadurch Grösse gezeigt. Tja, es kommt eben drauf an, welche Partei Dreck am Stecken haben darf.
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    1. Antwort von Bendicht Mühlethaler (Rhenus)
      @Marlene Ziegler: Wenn diese Geschichte, warum auch immer, nicht so spät bekannt geworden wäre, hätte auch der CVPler die nötige Stimmenzahl nicht erreicht. Für parteipolitische Auseinandersetzungen eignen sich vor allem sachbezogene Fragen. Eine Geschichte wie diese hier wohl eher nicht. Denn solche Affären finden Sie bei Angehörigen von sämtlichen Parteien. Das wissen Sie selber sicher auch.
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