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Niklaus Bleiker: «Wir wollen den langfristigen Bestand der drei Skigebiete sichern»
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 27.05.2020.
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Neue Berichte veröffentlicht Neues Mega-Skigebiet in Obwalden würde mehr Logiernächte bringen

  • Mit einer Verbindung könnten die drei Tourismusgebiete Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg die Gästezahl konstant halten.
  • Aber nicht nur das: Der Gesamtnutzen einer Verbindung wird auf über sieben Millionen Franken beziffert. Zu diesem Schluss kommt eine Studie zur Schaffung einer gemeinsamen Erlebnisregion.
  • Kritiker stellen in Frage, ob eine Verbindung rentabel und gleichzeitig umweltverträglich realisiert werden könne.

Gemäss zwei Berichten, welche die drei Bergbahnen und die Obwaldner Regierung am Mittwoch in Engelberg präsentierten, würde vor allem der Wintertourismus von einer Verbindung der Infrastrukturen profitieren. Die Zahl der Skitage für alle Gebiete würde laut der Prognosen um 5.8 Prozent zulegen. Am stärksten wachsen könnte die Anzahl Übernachtungsgäste, nämlich um bis zu zehn Prozentpunkte.

Unser Ziel ist es, dass wir die Tagesgäste zu Mehrtagesgästen machen können.
Autor: Niklaus BleikerProjektleiter

Die drei bestehenden Skigebiete hätten viele Tagesgäste. Ziel sei es, diese zu einem längeren Aufenthalt zu motivieren. Und dies passiere genau durch die Verbindung der Skigebiete – da den Gäste eine grössere Abwechslung auf den Pisten geboten werde. Der Verkehrsertrag würde schätzungsweise um 2 Millionen Franken steigen und mit zusätzlichen Betten gar um 5.5 Millionen Franken.

Um das Potenzial einer Verbindung auszuloten, verglichen die Studienautoren einerseits den Erfolg bereits bestehender Skigebietsverbindung. Nicht berücksichtigt habe man dabei den erst erfolgten Zusammschluss der Skigebiete Andermatt und Sedrun. Hier könne man noch nicht viel über die Nachhaltigkeit dieses Projekts sagen, meint Projektleiter Niklaus Bleiker. Gerade auch, weil Andermatt-Sedrun mit sehr günstigen Angeboten die Gäste angelockt habe.

Wir haben bewusst nicht mit Andermatt-Sedrun verglichen.
Autor: Niklaus BleikerProjektleiter

Andererseits nahmen die Autoren auch die drei beteiligten Skigebiete unter die Lupe. Wichtigste Faktoren für die Wahl eines Skigebiets seien die Qualität der Pisten, die Grösse und Vielfalt sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis, führte Projektleiter und alt Regierungsrat Niklaus Bleiker aus. «Auf die Grösse und Vielfalt können wir nur gemeinsam Einfluss nehmen», sagte er.

Verbindung bringt für Sommertourismus nicht viel

Laut den Autoren ist eine Verbindung für Sommergäste und nichtskifahrende Wintergäste nicht notwendig. Diese tragen zum einen weniger zum Verkehrsertrag bei als Wintersportler. Zum anderen möchten sich diese selber bewegen. Allerdings könnte eine neue Verbindung von Meiringen bis Engelberg auch dem Sommertourismus neue Möglichkeiten eröffnen.

Bei einem Verzicht auf eine Verbindung müsste dagegen davon ausgegangen werden, dass die Preise unter Druck kommen und die Skitage zurückgehen. Zurzeit wird die Verbindung der drei Regionen geprüft. Eine Machbarkeitsstudie soll bis spätestens Ende 2021 konkrete Grundlagen für den Entscheid über die Realisierung eines Zusammenarbeitsprojekts der drei betroffenen Bergbahnen liefern.

Das sagen die Kritiker

Auf die Machbarkeitsstudie reagiert haben die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) sowie die IG Pro Frutt-Engstlenalp. Beide stellen sich seit den Anfängen im Jahr 2003 gegen das Projekt, damals unter dem Titel «Schneeparadies».

Die SL schrieb am Mittwoch in einer Mitteilung: «Mit der heute publizierten Potenzialanalyse sollen alte Erschliessungspläne für ein Schneeparadies aus der Mottenkiste geholt werden. Doch die nun bescheidene dargelegte Wertschöpfung kann die Naturzerstörung nicht schön reden. Für solche teuren Grossprojekte besteht schlichtweg im gesättigten und von Tiefpreispolitik geprägten Skitourismusmarkt keine Nachfrage.»

Ähnlich äussert sich Andrea Wyss auf Anfrage von Radio SRF. Die Co-Präsidentin der IG Pro Frutt-Engstlenalp sagt: «Wir beurteilen das Grossprojekt als sinnlos. Ausserdem bezweifeln wir, dass es Lösungen gibt, die landschafts- und umweltverträglich sind und gleichzeitig finanziert werden können.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 27.05.2020, 12:03 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Uwe Frings  (Baggi)
    Wieso wird immer noch in eine Branche investiert, die schon seit Jahren auf der Intensivstation am Tropf (Schneekanonen) hängt..?! Investitionen dieser Art sind zerstörerisch für unsere Bergwelt und Klima sei Dank,kaum gewinnbringend.
    Investiert lieber in neue Ideen!
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  • Kommentar von Cornelia Marthaler  (Cornelia Marthaler)
    Ich liebe Hasliberg genau so wie es ist und verbringe jedes Jahr viele Wochen dort. Würde es zu einem "Mega-Skigebiet", müsste ich mir einen neuen Ferienort suchen. Klein und fein finde ich sehr viel attraktiver als "mega". Hoffentlich kommt das nicht, von den Folgen für die Mitwelt gar nicht zu reden.
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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Es gibt einige Anzeichen, dass im Alpenraum eigentlich genau das Gegenteil dessen passiert, als hier vielfach moniert wird. Im Grunde genommen kehrt die Natur zurück, weil der Siedlungsdruck des Menschen sich auf wenige "lukrative" Gebiete beschränkt. Viele Bergtäler haben sich in den letzten knapp hundert Jahren entvölkert. Die Rückkehr des Wolfes und des Bärs ist ein deutlicher Hinweis auf diesen Vorgang. Der Prozess findet nicht in den Touristikhotspots statt, sondern in unbekannten Tälern!
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