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Zentralschweiz Nuolen: Definitives Aus für das Wohnprojekt am Obersee

In Nuolen darf der Obersee für eine Wohnüberbauung nicht aufgeschüttet werden. Das Bundesgericht hat einen Entscheid des Schwyzer Verwaltungsgerichts bestätigt und damit den Bedenken von Umweltschützern Recht gegeben.

Uferlandschaft mit Kiesabbau am Zürichsee
Legende: Direkt am Zürichsee hätte eine Grossüberbauung mit rund 60 Wohnungen entstehen sollen. zvg www.nuolen-see.ch

Der Kanton hätte die vorgesehenen Schüttungen und Überbauungen auf planerischer Ebene nicht bewilligen dürfen, schreibt das Bundesgericht in seinem Urteil. Das öffentliche Interesse am Gewässerschutz überwiege die privaten Interessen des Kieswerks Kibag, das die Überbauung hatte realisieren wollen.

60 Wohnungen und Flachufer geplant

Das Gelände des Kieswerks der Kibag am Ufer des Zürichsees in Wangen sollte auf einer Fläche von 51'000 Quadratmetern umgestaltet werden. Geplant waren in Nuolen See eine Siedlung mit 60 Wohneinheiten, ein Bootshafen, öffentliche Wege sowie Flachwasserzonen. Zudem plante die Gemeinde auf der Halbinsel Nuolen ein Schwimmbad.

Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass die durch den Kiesabbau geschaffenen Buchten als Teil des Sees und nicht als Industriebrache zu betrachten seien. Die Buchten dürften deshalb nicht dem im Gewässerschutzgesetz vorgesehenen Schutz entzogen werden.

Kibag kritisiert Schwyzer Regierung

Während sich der Umweltverband Aqua via und Ripa inculta über das Verdikt des Bundesgerichts freuen und nun rigorose Schutzmassnahmen für die Uferlandschaft in Nuolen fordern, bedauert man den Entscheid bei der Gemeinde Wangen. Die neue Gesetzgebung hätte die Planung obsolet gemacht. Kritik an der Schwyzer Regierung äussert Ulrich Widmer von der Kibag. Sie habe die Bewilligung bewusst solange verzögert, bis das neue Gesetz gegriffen habe.

Nun ist die Schwyzer Regierung gefordert. Sie muss einerseits den Uferschutz neu definieren und gleichzeitig mit der Gestaltungsplanung in Nuolen von Neuem beginnen. Bis neue Lösungen auf dem Tisch liegen für eine Nachnutzung des Industrieareals der Kibag, dürften noch Jahre vergehen.

pork/sda; Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Beim Gwatt-Zentrum (Deltapark) am Thunersee scheint sich keine der Umweltverbände und auch der Natur- und Heimatschutz darum zu kümmern, dass hier Naturschutzgebiete mit nationaler Bedeutung an allen Enden zerstört werden. Im Gegenteil, sogar die Gemeindebehörden scheinen all die Gesetzesverstösse unter den Teppich zu wischen. Könnte hier nicht einmal jemand ernsthaft hinsehen? So wie in Nuolen.
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